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    BonnAlkohol und Drogen: Wo bekomme ich bei Sucht Hilfe?

    Selbsterkenntnis ist der erste Weg zu Besserung: Dieser Spruch gilt für Süchtige ganz besonders. Denn erst wenn sie einsehen, dass sie abhängig - etwa von Alkohol oder Drogen - sind, können sie davon loskommen. Viele Anlaufstellen helfen beim Ausstieg.

    Wege aus der Sucht finden
    Sich die Sucht eingestehen, das fällt vielen Abhängigen extrem schwer. (Bild: Techniker Krankenkasse/Zapf/dpa/tmn)

    Gleich nach dem Aufstehen das erste Gläschen Schnaps oder bis spät in die Nacht vor dem Glücksspielautomaten sitzen: Sucht kann verschiedene Formen und Ausmaße annehmen. Meist stecken Betroffene jahrelang in einem Teufelskreis, ohne einen Weg aus der Sucht zu finden. Wer jedoch genug von der Abhängigkeit und den Suchtmitteln hat, kann an verschiedenen Stellen verhältnismäßig unkompliziert Hilfe bekommen.

    «Der Ausstieg ist immer möglich», betont Volker Weissinger, Geschäftsführer des Fachverbandes Sucht in Bonn. «Es nützt auch nichts, das über Monate oder gar Jahre zu verzögern - viele Süchtige verlieren so wichtige Lebenszeit, in der ihre Beziehungen zerbrechen und sie den Job verlieren können.» Hilfe zu suchen sei daher ein wichtiger erster Schritt, um wieder zu sich selbst zu finden.

    Bei einer Sucht gibt es viele Anlaufstellen. Eine gute Möglichkeit für erste Informationen sind telefonische Hilfsangebote. So gibt es zum Beispiel die anonyme Sucht- und Drogen-Hotline mit der bundesweiten Rufnummer 01805/313031. Auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bietet unter der Nummer 0221/892031 Hilfe an. Dort können Betroffene und auch Angehörige mit geschulten Psychologen oder Sozialarbeitern sprechen, sagt BZgA-Sprecherin Marita Völker-Albert. «Dort kann man seine Sorgen los werden, erzählen, was man für ein Suchtproblem hat und gemeinsam überlegen, welche Hilfe in dieser Situation am besten wäre.»

    Auch online bietet die BZgA Hilfe, etwa eine Suchmöglichkeit nach Beratungsstellen, geordnet nach Süchten und Regionen. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DSH) listet auf ihrer Internetseite unter der Rubrik «Einrichtungssuche» ebenfalls Kontaktdaten zahlreicher Anlaufstellen auf.

    Viele Süchtige suchen dann als erstes eine ambulante Beratungsstelle auf. «Am besten ist es, vorher dort anzurufen und möglichst bald einen Termin zu vereinbaren», rät Weissinger. In einem Gespräch wird dann geklärt, wie die aktuelle Situation einzuschätzen ist und welche konkreten Maßnahmen notwendig sind.

    «Zunächst kann auch ein Entzug notwendig sein», sagt der Experte. Dabei gehe es vorrangig um die körperliche Entgiftung. «Danach steht meist eine medizinische Rehabilitation an, die je nach Ausgangslage und Schweregrad entweder ambulant oder stationär durchgeführt werden kann.» Dafür sei in der Regel jedoch ein ärztliches Gutachten nötig. Die Wartezeit darauf lässt sich mit weiteren Gesprächen in der ambulanten Beratungsstelle oder einer Selbsthilfegruppe überbrücken - und lohnt sich meist: Nach einer 8- bis 16-wöchigen stationären Reha leben laut Weissinger mehr als die Hälfte der Betroffenen abstinent.

    Bis es jedoch so weit ist, ist es häufig ein weiter Weg. «Die meisten Süchtigen brauchen Jahre, bis sie sich ihre Sucht eingestehen und bereit sind, Hilfe anzunehmen», sagt Weissinger. DHS-Sprecherin Christa Merfert-Diete ergänzt: «Zum Krankheitsbild gehört auch, dass die Einsicht fehlt, dass man abhängig ist.» Deswegen sei es für Angehörige und Freunde äußerst wichtig, bis dahin selber mit der Situation klarzukommen. Sie holen sich am besten selber Hilfe und konzentrieren sich auf ihr eigenes Leben. «Sie sollten ihre Gesundheit schützen und lernen, sich konsequent zu verhalten.» Dabei könnten Selbsthilfegruppen oder ambulante Beratungsstellen helfen. «Wenn sie ihr Leben leben, bringt dies auch ihre Angehörigen in Bewegung.» Das sei oft ein längerer Prozess, der aber zum Ziel führt.

    Service:

    Sucht- und Drogen-Hotline: Telefon 01805/313 031, rund um die Uhr, 14 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz

    Beratungstelefon der BZgA: Telefon 0221/892031, Montag bis Donnerstag 10.00 bis 22.00 Uhr, Freitag bis Sonntag 10.00 bis 18.00 Uhr, für das Telefonat fallen vom Anbieter abhängige Kosten an

    Sucht- und Drogen-Hotline im Internet

    Riskanter Konsum: Punkte zur Selbsteinschätzung

    Link der BZgA zu Beratungsstellen

    Link der DHS zu Beratungsstellen

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