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Zwischenfall in französischem AKW Cattenom

Paris/Saarbrücken (dpa/lrs) - In dem französischen Kernkraftwerk Cattenom nahe der deutschen Grenze ist es am Donnerstag zu einem Zwischenfall gekommen. Nach Angaben des Kraftwerkbetreibers EDF schaltete sich der Reaktor vier automatisch ab, nachdem sich außerhalb des nuklearen Bereichs unvorhergesehen ein Ventil geschlossen hatte. Wie vorgesehen sei dabei über Sicherheitsventile Dampf abgelassen worden. Die dadurch entstandenen Geräusche waren für einige Sekunden auch außerhalb des Kraftwerks zu hören.

Das Atomkraftwerk in Cattenom, Frankreich
Das AKW liegt zwölf Kilometer von der saarländischen Grenze. Foto: Christophe Karaba
DPA

«Das Ereignis hatte keinerlei Auswirkungen auf die Sicherheit und die Umwelt», betonte EDF am Freitag in einer Stellungnahme. Derzeit werde untersucht, warum sich das Ventil im sekundären Bereich des Kraftwerks geschlossen habe. Die französische Atomaufsichtsbehörde sei informiert. Auch das saarländische Umweltministerium wurde über den Vorfall informiert. «Wir sind in Kontakt mit der Betriebsstelle in Cattenom», sagte Sprecherin Sabine Schorr. Es müsse abgewartet werden, was die Ursache war.

Die umweltpolitische Sprecherin der saarländischen Landtagsfraktion der Linken, Dagmar Ensch-Engel, sagte in einer Mitteilung, es werde mit der Sicherheit der Bevölkerung gespielt. Das Kraftwerk müsse abgeschaltet werden, bis die von der Atomaufsichtsbehörde geforderten Nachbesserungsarbeiten abgeschlossen seien.

Ende Dezember hatte die saarländische Landesregierung betont, dass sie Cattenom weiterhin für nicht sicher halte. Der Experte der Anrainer-Länder Saarland, Luxemburg und Rheinland-Pfalz weise in seinem jetzt vorgelegten Zwischenbericht zum Stresstest auf gravierende Mängel hin, hatte das Umweltministerium erklärt.

Umweltministerin Simone Peter (Grüne) hatte kritisiert, der Betreiber EDF habe den ohnehin eingeschränkten Prüfungsumfang nicht vollständig abgearbeitet. So sei zum Beispiel die Kühlung der Blöcke bei einem Erdbeben nicht in jedem Fall sichergestellt. Nun müsse die für Anfang 2012 angekündigte Stellungnahme der französischen Atomaufsicht (ASN) abgewartet werden. Diese hatte bei einer Inspektion im vergangenen Jahr bereits Mängel entdeckt, darunter Rost an Teilen sowie Defizite bei der Notstromversorgung, im Kühlsystem und bei der Erdbebensicherheit. Daraufhin hatte die Atomaufsicht Nachbesserungen gefordert.

Die rheinland-pfälzische Energieministerin Eveline Lemke (Grüne) hatte Ende November gefordert, Cattenom müsse «dringlicher denn je» abgeschaltet werden. «Das Atomkraftwerk Cattenom bleibt ein Risiko, das wir nicht akzeptieren werden», hatte die Ministerin gesagt.

Stellungnahme von EDF

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