Vallendar: Fünf Giftfässer im Rhein - Drei werden Samstag gesprengt
Vallendar - Nachdem am Mittwochnachmittag in einem ausgetrockneten Flussarm des Rheins vor Vallendar ein weiteres Nebelfass entdeckt worden ist, haben Polizei und Feuerwehr am Donnerstag Fluss und Ufer dort gezielt abgesucht – und fünf weitere Fässer gefunden.
Drei der Fässer, teilte der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Vallendar auf Anfrage mit, seien nicht mehr gefüllt. Die drei anderen werden am Samstag gesprengt. Experten des Kampfmittelräumdienstes haben die Funde am Donnerstagnachmittag untersucht.
Nach dem Stand der Erkenntnisse geht Pretz davon aus, dass keine Wohngebiete evakuiert werden müssen. Wahrscheinlich wird für die Dauer der Sprengung aber erneut die Bundesstraße 42 gesperrt. Auch die Bahn wird vermutlich wieder ihre Züge auf der rechten Rheinseite anhalten müssen. Details werden jedoch erst am Freitagvormittag nach einer Einsatzbesprechung bekannt gegeben. Die neuen Fässer liegen unweit der Stelle, an der ein Spaziergänger vor knapp einer Woche bereits ein Nebelfass gefunden hatte. Das ist etwa 1,5 Kilometer südlich der Rheinbrücke der Autobahn 48 am sogenannten Graswerth.
Die Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg sind mindestens 66 Jahre alt. Im Krieg hüllte die Wehrmacht mit Fässern dieser Art die deutschen Flakstellungen in Rauchschwaden, um sie vor Luftangriffen zu schützen. Die Fässer enthielten Chlorsulfonsäure und Schwefeltrioxid. Wenn das Gemisch mit Luft in Kontakt kommt, entsteht dichter Nebel, der in hoher Konzentration für Menschen schädlich ist. Trifft das Gemisch auf Wasser, kann es sich sogar entzünden. In der vergangenen und in dieser Woche sind aufgrund des extremen Niedrigwassers allein vor Vallendar und Pfaffendorf neun dieser Fässer entdeckt worden. Zwei wurden am vergangenen Wochenende gesprengt. ank
























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