Streit um Nürburgring eskaliert - Pächter wollen nicht aufgeben
Nürburgring - Die rot-grüne Landesregierung ist nach Informationen unserer Zeitung fest entschlossen, die Verträge mit den Nürburgring-Pächtern zu kündigen.
Das Kabinett, das ab 10.30 Uhr tagt, wird heute eine entsprechende Marschrichtung festlegen. Die Kündigungen sollen anschließend im Auftrag der Regierung von der Besitzgesellschaft, der Nürburgring GmbH, ausgesprochen werden. Dazu ist formal ein Gesellschafterbeschluss nötig. Die neue Saison könnte bereits von der nahezu landeseigenen Ring GmbH betrieben werden. Das Land strebt einen Aufhebungsvertrag an.
Mittelfristig soll es zu einer Neuausschreibung kommen. Selbst nach intensiven Verhandlungen war im Streit um die Pacht zwischen dem Land und den Pächtern keine Einigung zu erzielen. Am Wochenende muss ein Schreiben der privaten Nürburgring Automotive GmbH (NAG) beim Innenministerium eingegangen sein, dass die Forderungen noch einmal erhärtete. Am Sonntag liefen mehrere Gespräche des Innenministeriums mit den Pächtern. Die intensiven Verhandlungen brachten aber keine Wende.
Der Streit am Nürburgring eskaliert nun vollends. Denn die NAG - mit den Gesellschaftern Kai Richter und Jörg Lindner ‑ zeigt sich kampfbereit. „Von Rückzug kann keine Rede sein“, erklärte ein Sprecher gegenüber unserer Zeitung in einer ersten Reaktion. Die privaten Betreiber wollen gegen eine mögliche Trennung juristisch vorgehen. In einem Brief an die Belegschaft steht wörtlich: „Die rheinland-pfälzische Landesregierung wird heute Mittag in Mainz das private Betreibermodell für den Nürburgring für beendet erklären." Da es noch gültige Verträge bis 2040 gebe, wird die NAG über ihre Anwälte gegen eine Vertragskündigung Widerspruch einlegen.
Auch in der Landesregierung geht man davon aus, dass es zu einem längeren Rechtsstreit kommt. Zudem muss die nahezu landeseigene Nürburgring GmbH zunächst mit Landesgeldern stabilisiert werden, wie unsere Zeitung erfuhr.
Umfrageergebnis
Die oppositionelle CDU rechnet damit, dass der Steuerzahlen nun zur Kasse gebeten wird. Wirtschaftspolitiker Alexander Licht im Gespräch mit unserer Zeitung: „Um die verfahrene Lage am Ring wieder in vernünftige Bahnen zu lenken, wird der Steuerzahler kräftig bluten müssen.“ Licht kommentierte fast schon resigniert: „Das lange erwartete Desaster nimmt nun seinen Lauf.“ Vor allem Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) und dem früheren Wirtschaftsminister Hendrik Hering (SPD) wirft er Versagen bei der Neuordnung von Rennstrecke und Freizeitpark vor. Der CDU-Politiker befürchtet, dass die privaten Pächter teuer aus dem Ring herausgekauft werden müssen. Licht wörtlich: „Kai Richter wird recht damit haben, wenn er sagt, seine persönliche Vermögensbildung ist am Nürburgring noch nicht abgeschlossen.“























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