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Report: Proteste vor der EZB in Frankfurt

Frankfurt/Main (dpa) - «Wo ist mein Rettungspaket Frau Merkel?», fragt eine Frau auf einem schwarz-rot bepinselten Pappschild. Die 27-Jährige schiebt sich durch die Protestmenge vor der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main.

Protest in Frankfurt
Grund zur Freude für die Demonstranten: Die Zelte vor der Europäischen Zentralbank dürfen bis mindestens 29. Oktober aufgebaut bleiben.
DPA

Rund 5000 Menschen demonstrieren dort am Samstag gegen die Macht der Finanzmärkte. Mit Plakaten, Spruchbändern und Trommelwirbel ziehen sie durch die Häuserschluchten der Bankenmetropole. Wie an der New Yorker Wall Street planen einige, die nächsten Tage auf dem Platz zu zelten.

«Es kann einfach nicht sein, dass Banken gerettet werden mit Milliarden, die wir an anderen Stellen brauchen», empört sich die junge Frau. Neben ihr reckt ein Mann den Spruch «Wir sind die 99 Prozent» den Wolkenkratzern entgegen, den Slogan der US-Proteste in Anspielung auf Amerikas reichstes Prozent der Bevölkerung. Seit der Finanzkrise seien nur «hohle Sprüche und Mist» rübergekommen. «Wenn die Politiker nicht begreifen wollen, wo es langgeht, dann müssen eben die 99 Prozent auf die Straße», findet der 40-Jährige.

Hat die Welle der Empörung nach den Protesten in Spanien, Griechenland, Israel und den USA nun also Deutschland erreicht? Bundesweit sind Zehntausende am Samstag auf den Straßen. «Die Leute haben begriffen, dass wir durch Einigkeit stark sind», sagt Wolfram Siener von der Bewegung «Occupy Frankfurt». Vorbild ist die Aktion «Occupy Wall Street» («Besetzt die Wall Street»), die sich gegen das Finanzsystem und große Teile der Bankenwelt wendet. Seit knapp einem Monat campieren Aktivisten im New Yorker Finanzdistrikt.

In Frankfurt sind Plakatparolen wie «Ihr spekuliert mit unserem Leben», «Ihr verzockt unsere Zukunft» und «Schranken für Banken» zu sehen. Als Grußworte aus Athen, Tel Aviv und Madrid vorgelesen werden, rufen viele «Hoch die internationale Solidarität». Zu dem friedlichen Protest aufgerufen haben verschiedene Bündnisse, darunter Globalisierungskritiker von Attac und Hacker der Gruppe «Anonymous». «Worin wir uns einig sind: Die Macht des Geldes und der Banken muss gebrochen werden», fordert Siener. Einige Anhänger oder Sympathisanten von «Anonymous» tragen Guy-Fawkes-Masken. Der britische Anarchist hatte 1605 versucht, das englische Parlament zu sprengen, wurde gefasst und hingerichtet.

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