RZ-Kommentar: Am Nürburgring ist es Zeit für einen Kassensturz
Es ist ein Elend mit diesem Nürburgring: Eigentlich soll er das Blut von Motorsportfans auf der ganzen Welt in Wallung bringen, aber seit Jahren, treibt er den Rheinland-Pfälzern die Zornesröte ins Gesicht. Das legendäre Eifel-Rund hat sich in ein schwarzes Loch verwandelt, das Millionen über Millionen von Landesgeldern verschlingt.
Die schlechte Nachricht: Daran hat sich im neuen Jahr bislang nichts geändert. Die noch schlechtere Nachricht: Daran wird sich, das ist zu befürchten, auch in den nächsten Jahren nichts ändern.
Denn niemand weiß, wie die Investition von 330 Millionen Euro jemals wieder für den Steuerzahler hereingeholt werden soll. Tief im Innern wird auch in der rot-grünen Landesregierung keiner mehr daran glauben, dass in der Ring-Bilanz am Ende eine schwarze Null steht. Mit einem nicht ganz so desaströsen Minus wären die meisten wohl schon zufrieden. Denn allein die erbitterten Auseinandersetzungen von Betreibern und Besitzern über die Höhe der Pacht zeigen, wie rau der wirtschaftliche Wind an der Eifel-Rennstrecke weht.
Folgen des konzeptionellen Scheiterns
Die nun anstehenden Kündigungen sind die bitteren Folgen des konzeptionellen Scheiterns – daran lässt sich nichts schönreden. Und selbst wenn ein geschrumpfter Freizeit- und Geschäftspark wieder halbwegs profitabel sein sollte, kann das Land sich eigentlich nicht leisten, riesige Gebäudekomplexe weitgehend ungenutzt zu lassen.
Man wird also intensiv über Nach- und Neu-Nutzungskonzepte reden müssen. Doch die sind nicht zum Nulltarif zu haben. Und im Moment nimmt am Ring niemand neues Geld in die Hand. Das Verhältnis zwischen privaten Pächtern und Land ist vermutlich zu vergiftet, um gemeinsam ein Stück Zukunft zu gestalten.
Alle Karten auf den Tisch legen
Gerade in dieser verfahrenen Lage ist es wichtig, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Doch dazu gehört: alle Karten auf den Tisch! Das Land muss endlich ehrlich offenlegen, wie viel der Nürburgring die Bürger kostet – und zwar Jahr für Jahr und Tag für Tag.
Das geschieht bislang höchst widerwillig. Nur mit viel Mühe lassen sich all die Millionen aufspüren, mit denen Schuldzinsen beglichen oder finanzielle Engpässe zwischenfinanziert werden.
Und schließlich sollte Rot-Grün endlich freimütig und selbstkritisch zugeben, dass ein Teil der 330-Millionen-Investition für immer verloren ist. Dieser politische Kassensturz wäre ein bitterer Schritt – aber vielleicht auch der erste zum Neuanfang.
Von unserem Redakteur Dietmar Brück.























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