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RZ-KOMMENTAR: Die Therapie heißt Ehrlichkeit

Bei allem Streit um den Nürburgring darf man nicht vergessen, worum es eigentlich geht. Es geht um das Überleben einer strukturschwachen Region in der Eifel. Es geht um unzählige Menschen, die Arbeit brauchen. Es geht um große und kleine Unternehmer, die von der Leidenschaft für schnelle Autos leben. Und es geht um eine der berühmtesten und schönsten Rennstrecken der Welt.

Autor: Dietmar Brück
Es kommentiert Dietmar Brück.

Aus der Perspektive der Nürburgring-Region betrachtet, war gestern kein guter Tag. Bei den Beschäftigten der privaten Betreibergesellschaft wird jetzt die Angst umgehen, ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Und für all jene, die am Ring wohnen und vom Ring leben, schließt sich wieder mal ein trauriger Kreis: Was falsch begonnen wurde, kann nicht richtig enden.

Die Landesregierung, aber auch viele andere Verantwortliche am Nürburgring haben falsche Erwartungen geweckt. Für die Eifler spricht, dass sie von Anfang an ein gesundes Gespür für diese Luftschlösser hatten. Sie haben gewittert, dass nicht stimmen konnte, was man ihnen mit gewinnendem Lächeln auftischte. Doch die Einheimischen hätten sicher nicht gewollt, irgendwann einmal derart recht zu bekommen. Dabei sind die jahrelang geschönten Besucherzahlen nur ein Teil der Ring-Illusion.

Nun stehen die ersten Schließungen des Freizeitparks an, der ja nie richtig eröffnet wurde. Das Land hat Härte gezeigt - und auf bestehende Verträge gepocht. Die Betreiber ziehen die Konsequenzen - und senken die Kosten. Das alles folgt der inneren Logik des Konflikts. Der betroffenen Region hilft es nicht.

Man kann davon ausgehen, dass das Ringen am Ring weitergehen wird. Der Druck auf die Betreiber wächst mit jedem Geschäftsjahr, in dem die Pacht um je 5 Millionen Euro steigt. Und für den großen konzeptionellen Wurf fehlt (derzeit) das Geld. Die Therapie für den Nürburgring lautet Realismus oder anders ausgedrückt: Ehrlichkeit. Davon gab es bisher noch weniger als Besucher.

E-Mail: dietmar.brueck @rhein-zeitung.net

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Leserkommentare (2)

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von Koblenz-Talke(r) vom 10.11 - 10:23 Uhr
[QUOTE=eifler;38821] Und wenn es für ein Vorhaben keine privaten Investoren gibt die zumindest mit 50 % eigenem Geld einsteigen - dann lasst es - ...

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