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Projekt am Schlossgymnasium: Schüler und Lehrer im eigenen Staat

Mainz - Die Staatspräsidentin von Schlopolis, Stella Groschke, spricht zu ihrem aufgeregten Volk. Polizisten mit Plastikhandeschellen, Ärzte mit dem Roten Kreuz ausgezeichnet und viele weitere Bürger haben sich versammelt um die Eröffnung ihres Staates Schlopolis zu feiern.

Lilo Kapp/pixelio.de

Was sich für viele wie eine Fantasygeschichte anhört ist für die Schüler und Lehrer des Gymnasiums am Kurfürstlichen Schloss Realität: Für die nächsten vier Tage leben sie in ihrem selbst gegründeten, 1200 Einwohner fassenden Staat Schlopolis.

Harte Wirklichkeit

Das Projekt wird bereits seit zweieinhalb Jahren vorbereitet, inspiriert durch einen anderen, auf Zeit gegründeten Staat. Die Schüler Joschka Friedel und Yannis Kramitzki leiten das Organisationsteam. Schlopolis finanziert sich durch Preisgelder von Wettbewerben und viele Spenden. Das Ziel: Die Schüler sollen lernen, wie hart es in Politik und Wirtschaft zugehen kann. Für ihr späteres Berufsleben können sie so einiges mitnehmen.

In Schlopolis ist alles bestens organisiert: Ministerium, Parlament, Kirche, Krankenhaus und viele weitere Dienstleistungsbetriebe wurden errichtet. Jeder Schüler und Lehrer hat eine genaue Aufgabe zugeteilt bekommen, die er in den nächsten vier Tagen bewältigen muss. Es gibt sogar eine eigene Währung, die Schlopos. Ein Euro ist zehn Schlopos wert. Kurz nach der Eröffnung hat die Zentralbank einiges zu tun. Jeder Bürger möchte Schlopos erwerben, um am Leben in ihrem neuen Staat teilhaben zu können.

Sportveranstaltungen, Cafés, Parlamentssitzungen und viele weitere Angebote sind dafür reichlich vorhanden. Auch eine Zeitung wird gedruckt.

Flyer für Veranstaltungen

Das Leben in Schlopolis ist dem in einem realen Staat schon sehr ähnlich: Flyer für Verköstigungen und Veranstaltungen werden verteilt. In die Sporthalle wird ohne Eintrittsgeld niemand hereingelassen. Auf den Straßen kommen einem Verkäufer für Postkarten entgegen. Auch die Staatspräsidentin ist schwer beschäftigt und muss für ein kurzes Gespräch erst durch ihren Staatssekretär per Telefon informiert werden.

In den nächsten Tagen wird sich zeigen, ob sich der Inhalt der Schlopolis-Hymne "Hier herrscht Harmonie - im Schatten des Domes. Kein Genie wird hier verkannt" bewahrheiten wird, oder ob die Betriebe in Schlopolis bankrott gehen und sich Arbeitslose auf den Straßen tummeln werden. Britta Sowa

Hinweis: Für alle, die sich für den neu gegründeten Staat Schlopolis interessieren, werden täglich um 11 Uhr und 14 Uhr Führungen angeboten, die die Staatspräsidentin persönlich leiten wird.

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