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Porträt: Uwe Schneider, Ethikbeauftragter der Bundesbank

Frankfurt/Main (dpa) - Uwe H. Schneider steht vor einer Entscheidung, die in ganz Deutschland und darüber hinaus für Wirbel sorgen könnte: Der Darmstädter Rechts- und Wirtschaftswissenschaftler ist «Beauftragter für Corporate Governance» der Deutschen Bundesbank.

Er prüft, ob Vorstandsmitglied Thilo Sarrazin mit diskriminierenden Aussagen gegen den Verhaltenskodex der Behörde verstoßen und etwa das Ansehen der Notenbank beschädigt hat.

Nach der Anhörung Sarrazins im Führungsgremium der Bundesbank berät der 69-Jährige das Team um Notenbankchef Axel Weber. Sollte Schneider zu dem Ergebnis kommen, dass der ehemalige Berliner SPD- Finanzsenator gegen den Kodex verstoßen hat, könnte der Vorstand mehrheitlich beschließen, Sarrazins Abberufung zu beantragen. Ein solcher Schritt wäre in der Geschichte der Bundesbank einmalig. Schneider ist überzeugt, dass seine Bewertung auch bei Weber Gehör finden wird: «Was ich sage, hat Gewicht. Das ist mein Eindruck.»

Bisher hat sich der Leiter des Fachbereichs Rechts- und Wirtschaftswissenschaften an der Technischen Universität vor allem mit juristischen Kommentaren zum Wertpapierhandel und mit Handbüchern zur Managerhaftung in der Fachwelt einen Namen gemacht. Zu seinen herausragenden Eigenschaften zählt der reiselustige Sammler von Spieluhren, dass er gut auf Menschen zugehen und ihnen zuhören kann. «Ich nehme Menschen ernst, bilde mir aber meine eigene Meinung.»

Schneider, dessen beruflichen Steckenpferde Gesellschafts-, Konzern- und Kapitalmarktrecht sind, hat Jura und Volkswirtschaftslehre in Heidelberg, Kiel und Freiburg sowie an der französischen Verwaltungshochschule ENA studiert.

Heute leitet der Vater zweier erwachsener Kinder das Institut für deutsches und internationales Recht des Spar-, Giro- und Kreditwesens an der Universität Mainz und hat weiterhin einen Lehrstuhl in Darmstadt. «Eigentlich bin ich seit 2009 emeritiert, aber seither vertrete ich mich selbst.»

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