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Alle Karnevalsumzüge vom Wochenende

Rhein-Hunsrück -  Ein Wechselbad der Gefühle durchlebten die Narren bei den Umzügen am Wochenende. Das galt allerdings nur fürs Wetter. Am Samstag in Gemünden, Bad Salzig und Simmern war es zumindest trocken, als sich die Narren in Bewegung setzten. Nieselregen setzte erst nach den Umzügen ein.

Am Sonntag schneite es am Vormittag, dann kam wieder die Sonne raus, und so ging's weiter. Während in der Stadt auf dem Berge „Kirchberger Wetter“ herrschte, kam es in Emmelshausen ganz dick. Hier pfiff ein heftiger Schneesturm den Jecken um die Ohren. In Kastellaun, Buch und St. Goar war Petrus den Karnevalisten wohler gesonnen, auch wenn sich auch hier vereinzelt der Schneeregen durchsetzte. Doch von allerlei Wetterkapriolen ließen sich die Narren nicht stören. Sie feierten ausgelassen – mitunter zu ausgelassen, doch insgesamt verlief das närrische Treiben ohne größere Zwischenfälle, meldete die Polizei.

In Simmern meldete die Polizei allerdings Randale. Zunächst wurde einem Zuschauer beim Simmerner Umzug am Samstag in der Schloßstraße die Geldbörse aus einer Jackentasche gestohlen. Im weiteren Verlauf der närrischen „Fröhlichkeit“ kam es im Bereich der Hunsrückhalle zu mehreren Körperverletzungen. Die Polizei konnte in allen Fällen die Täter ermitteln, Platzverweise erteilen und Strafverfahren einleiten. In der Samstagnacht wurden außerdem in Simmern mehrere Fahrzeuge in der Schulstraße und auf dem Parkplatz Gemündener Straße durch Fußtritte beschädigt. Scheibenwischer wurden mutwillig abgerissen. In einem Fall konnten zwei Täter durch Passanten bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten werden.

In Gemünden wurde ein Security Mitarbeiter einer Gaststätte angezeigt, der einen Gast offenbar unverhältnismäßig grob nach draußen befördert und diesen dabei verletzt hatte.

Auch nach dem Umzug in Bad Salzig kam es am Samstag zu mehreren Schlägereien. Hierbei wurden mindestens vier Personen verletzt. Bei einer der Schlägereien gerieten sieben Personen aneinander. Dabei wurde laut Zeugenangaben eine Person mit einem Schlagring im Gesicht verletzt. Ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung wurde eingeleitet.

Doch die überwiegende Mehrzahl der feiernden Narrenschar genoss lieber die Fröhlichkeit. In der Simmerner Hunsrückhalle war es proppenvoll. Für das Programm war wie immer der KVS zuständig, der sich mit dem längsten Umzug der Geschichte in Simmern ein passendes Geburtstagsgeschenk zum 30-jährigen Bestehen machte. 63 Zugnummern zählte Zugleiter Michael Rössel. Politische Statements machten die Narren im Kreis nur vereinzelt. Hier und da mal ein Windrad, ein bisschen Eurokrise und das war´s. Die Jugendgruppen setzten eher auf kräftige Phonzahlen, ausgelassene Stimmung und Party auf dem Wagen. Doch einige Gruppen bewiesen viel Fantasie und Mut zur Farbe. Die Pleizenhausener mit ihrem Spanien-Wagen wurden zurecht mit viel Applaus bedacht. Den Vogel ab schossen die Kauerbacher Grenadiere. Als Fußgruppe schoben sie eine Mordskanone durch die Simmerner Gassen und steckten alle mit ihrer guten Laune an. In Gemünden waren mehr als 30 Zugnummern unterwegs. Spaß und gute Laune standen auch im Flecken im Vordergrund.

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