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Peter Lausmann zum Ende der Afghanistan-Serie

Als diese Serie vor rund sechs Wochen begann, stand Deutschland unter dem Eindruck einer Reihe schwerer Bombenanschläge. Vier deutsche Soldaten starben, der deutsche Oberkommandierende Markus Kneip kam nur knapp mit dem Leben davon. Afghanistan war plötzlich ganz nah. Heute ist von dieser Aufmerksamkeit kaum etwas geblieben. Es sind die gleichen Reflexe und Mechanismen, die bislang jedes Mal in solch einer Situation gegriffen haben: Erst kommt die öffentliche Anteilnahme, dann die Forderung nach dem sofortigen Abzug, dann die Debatte über besserer Ausrüstung. Und dann? Dann folgt Leere. Die Verwundeten geraten aus dem Blickfeld, Afghanistan rückt wieder Tausende Kilometer weit weg. Zurück bleiben die Familien, die weiterhin täglich um ihre Angehörigen im Einsatz bangen.

Autor: Peter Lausmann

 

Bei mir selbst wirken die Eindrücke jener 14-tägigen Reise nach Afghanistan bis heute nach. Es sind vor allem die Emotionen, die sich festgesetzt haben: eine Ahnung vom Abschiednehmen, wenn es Richtung Hindukusch geht und ebenso eine Ahnung davon, wie schwer es ist, gedanklich wieder in Deutschland Fuß zu fassen. Die journalistische Verarbeitung in den Texten dieser Serie hat dabei sehr geholfen. Es ging mir um eine möglichst realistische Abbildung der Lage für die Menschen dort. Es sollte nichts beschönigt, aber ebenso wenig übertrieben werden. Ihre Rückmeldungen, die Rückmeldungen der Leser, zeigen mir, dass dies zu einem großen Teil funktioniert hat.

 

Das Ende der Serie fällt zeitlich auch mit dem Einsatzende vieler derer zusammen, die ich in Afghanistan getroffen habe. Das Kontingent wird abgelöst, das Tagezählen hat ein Ende. Ich bin froh, dass alle, die ich persönlich kenne, gesund nach Hause kommen.

 

Die Kehrseite der gleichen Münze ist, dass nun andere Soldaten und ihre Familien die Tage zählen und hoffen, dass sie gesund aus dem Einsatz kommen. Auch sie sollten unsere Aufmerksamkeit und Anteilnahme haben. Denn bis der letzte Deutsche aus Afghanistan abgezogen ist, bleibt dieser Einsatz unberechenbar.

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