Neuer Streit um «Einheitsschulen»
Mainz (dpa/lrs) - Der alte Streit um «Einheitsschulen» in Rheinland-Pfalz ist neu entflammt. CDU-Generalsekretär Patrick Schnieder warf am Montag Grünen-Fraktionschef Daniel Köbler vor, die Zukunft der Gymnasien aufs Spiel zu setzen. Der Philologenverband Rheinland-Pfalz hielt Köbler vor, er provoziere «schulpolitische Grabenkämpfe, die längst überwunden waren».
Köbler hatte im Interview mit der Koblenzer «Rhein-Zeitung» (Montag) gesagt, die Grünen strebten mittelfristig eine Schule für alle Schüler an. Alle Kinder und Jugendlichen sollten die gleichen Bildungschancen haben. Man müsse die «Trennung der einzelnen Schularten schrittweise überwinden».
CDU-Generalsekretär Schnieder schloss daraus, die Grünen wollten das Gymnasium abschaffen und nur noch Integrierte Gesamtschulen haben. Es entstehe der Eindruck, dies sei auch die Haltung der rot-grünen Landesregierung.
Ein Sprecher des SPD-geführten Bildungsministeriums wies das zurück: «Von einer Abschaffung des Gymnasiums kann keine Rede sein.» Rot-Grün habe sich in den Koalitionsverhandlungen darauf verständigt, Realschulen plus, Integrierte Gesamtschulen und Gymnasien weiterhin in ihrer pädagogischen Arbeit zu unterstützen.
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) begrüßte die Forderung der Grünen nach längerem gemeinsamen Lernen. Eltern und Politiker hätten verstanden, dass es richtig und wichtig sei, nicht schon nach vier Jahren in der Grundschule entscheiden zu müssen, in welche Richtung der Schulweg gehen solle. «Einheitsschule» sei ein «Kampfbegriff ewig Gestriger».
Der Philologenverband kritisierte dagegen mit Blick auf Köbler: «Wie man die Schuldenbremse einhalten will und gleichzeitig den Ausbau von teuren Gesamtschulen und Schwerpunktschulen forcieren will, bleibt das Geheimnis der Grünen.» Das Schlagwort «Einheitsschule» hatte schon im Landtagswahlkampf im Frühling 2011 eine Rolle gespielt.























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