NAG-Berater verspottet Landesregierung
Rheinland-Pfalz - Karl-Heinz Steinkühler ist kein Mann, dem man übertriebene Harmoniesucht vorwerfen kann. Im Gegenteil: Der Medienmanager aus Düsseldorf schwingt gern die verbale Keule. Angst, zu grob zu holzen, hat er nicht.
Als PR-Mann der privaten Nürburgring-Pächter (also der NAG) entfachte er schon manche rhetorische Sturmböe in – für rheinland-pfälzische Verhältnisse – ungewohnter Wucht.
Seinen jüngsten Blog-Beitrag, also einen aktuellen Eintrag in seinem Internet-Tagebuch, könnte man daher fast schon als typisch Steinkühler bezeichnen. Er greift die führenden Protagonisten der Landesregierung nicht nur auf allerschärfste Weise an, er macht sie auch zum Spottobjekt. Wirtschaftsministerin Eveline Lemke (Grüne) bezeichnet er etwa als „zartes grünes Pflänzchen mit eben sehr wenig politischer Erfahrung“.
An anderer Stelle spricht er von dem „ehrlichen Lockenkopf“, wobei „ehrlich“ nach „naiv“ klingt. Die ersten Reaktionen aus dem rot-grünen Lager fallen entsprechend aus. Für sie sind die Einlassungen des PR-Manns übelste Polemik, auch wenn keiner Lust hat, eine offizielle Stellungnahme abzugeben.
Anlass für den provozierenden Beitrag Steinkühlers war die Pressekonferenz, in der Innenminister Roger Lewentz (SPD), Finanzminister Carsten Kühl (SPD) und Lemke die Kündigung der Ring-Verträge mit den Pächtern verkündeten. Innenminister Lewentz wirft Steinkühler „Falschspielerei“ vor, weil er ein „attraktives Angebot“ der Pächter ignoriert habe.
Becks Plan, „den Ring in die öffentliche Hand zurückzuführen und der alten Nürburgring GmbH das Tagesgeschäft zu übertragen“, erinnert Steinkühler „fatal an Niki Laudas Horrorcrash auf der Nordschleife“.
Überhaupt geht der Ex-„Focus“-Journalist zum publizistischen Generalangriff über. Lemkes Äußerung, dass man auch über „Rückbau am Nürburgring“ reden könne, kommentierte er wie folgt: „Rückbau heißt Abrissbirne! Abrissbirne heißt Abschreiben! Abschreiben heißt – Eingeständnis, dass ihr Chef Kurt Beck mit seinem angeblichen Freizeitpark vor zwei Jahren eine Schrottimmobilie in die Eifel-Landschaft gestellt hat.“
An anderer Stelle nennt er Ringwerk & Co. eine „überflüssige Betonruine“. Und so geht es munter oder – aus Sicht der Regierung – höchst despektierlich weiter.
Aus Sicht Steinkühlers vergeigt es Rot-Grün, die Formel 1 zum „Aldi-Tarif“ zu bekommen. Wenn der Innenminister nun selbst mit Bernie Ecclestone verhandeln will, prophezeit ihm der Düsseldorfer PR-Berater: „Lewentz kann so viel verhandeln, wie er will – er hat jetzt keine Strecke mehr für die Formel 1.“























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