Modisch und praktisch: Kleidung für Senioren
Reutlingen (dpa/tmn) - Senioren können mehr tragen als nur Beige und Braun. Häufig passt ihnen die Mode direkt von der Stange aber nicht: Die Figur hat sich verändert, und sie brauchen eine spezielle Passform. Am besten lassen sich Ältere in speziellen Läden beraten.
Den meisten Senioren ist das äußere Erscheinungsbild sehr wichtig. Doch das Thema Kleidung ist ein schwieriges Kapitel: Bequem, weich, warm und pflegeleicht soll sie sein, aber nicht altbacken oder altmodisch. Die Auswahl unter Hosen, Pullovern, Röcken und Jacken, die all diesen Ansprüchen genügen, ist zwar nicht gerade gigantisch. Aber es gibt sie.
«Ich habe bei vielen Senioren erlebt: Sie gehen mit einer ziemlich konkreten Vorstellung von Farbe, Schnitt, Material und Anlass eines Kleidungsstückes aus dem Haus», sagt Heike Heim, Stilberaterin aus Reutlingen. «Und genau danach suchen sie dann auch - mit viel Geduld und hohem Zeitaufwand.» Die erste Adresse dabei sind Geschäfte vor Ort. Sie haben den Vorteil: Das Kleidungsstück kann nicht nur optisch begutachtet, sondern auch angefasst und vor allem anprobiert werden.
Mittlerweile gibt es in vielen Städten Geschäfte, die sich auf Mode für Senioren spezialisiert haben. Sie unterscheiden sich auch in der Einrichtung von Boutiquen für andere Altersgruppen: Zwischen den Ständern, aber auch in der Umkleide muss viel Platz sein. In der Umkleide ist ein bequemer Stuhl wichtig. «Ein Brett an der Wand wie im Fashion-Store reicht da nicht», erklärt Manuela Heinsohn, Inhaberin von «Donna Moden» in Hamburg, die sich auf Seniorenmode spezialisiert hat. «Außerdem können viele ältere Menschen schlechter sehen. Sie brauchen also besonders gutes Licht. Und schließlich muss der Service angemessen sein. Viel Zeit, Ruhe und Geduld sind genauso notwendig wie konkrete Beratung und Vorschläge.»
Die Alternative sind größere Kaufhäuser. «In einigen Geschäften muss man gezielt nach 50-plus-Ständern Ausschau halten», sagt Stilberaterin Hein. Und schließlich gibt es noch Versandhändler wie Witt Weiden, Klingel oder Ags-Versand, bei denen per Katalog oder Internet bestellt werden kann.
Bei der Auswahl steht die Frage, was gefällt, oft an zweiter Stelle. «Mit zunehmendem Alter werden praktische Aspekte bei der Wahl der Kleidung immer wichtiger», sagt Ursula Lenz von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) in Bonn. Praktisch heißt: passend, bequem und pflegeleicht. Das größte Problem ist die Passgenauigkeit. «Der Körper verändert sich im Alter: Frauenkörper werden nach den Wechseljahren in der Taille breiter, Po und Schenkel jedoch sind schmal.»























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