Mit der EM beginnt das große Rechnen
Nis. Die deutschen Handballer wollen zu Olympia – doch kaum einer von ihnen weiß wie. Der Qualifikationsmodus für London 2012 ist verzwickt. Selbst Bundestrainer Martin Heuberger ist der Vorgang vor der wegweisenden EM in Serbien (15. bis 29. Januar) noch nicht geläufig. „Ich weiß, was wir erreichen müssen. Wenn es so kommt, werde ich mich mit allem Weiteren beschäftigen.“
Hier nun die wichtigsten Fragen, aber Vorsicht: Es könnte kompliziert werden.
- Wer ist für Olympia qualifiziert?
In London spielen zwölf Mannschaften um den Olympiasieg. Bereits qualifiziert sind Gastgeber Großbritannien, Weltmeister Frankreich, Asienmeister Südkorea und Panamerika-Meister Argentinien. Weitere direkte Startplätze erhalten der Europameister von Serbien sowie der Sieger der bis 21. Januar laufenden Afrikameisterschaft in Rabat (Marokko).
- Wer komplettiert das Starterfeld in London?
Die weiteren sechs Plätze werden bei drei Ausscheidungsturnieren mit je vier Mannschaften vom 6. bis 8. April ausgespielt. Die jeweils ersten beiden Teams qualifizieren sich für Olympia.
- Wer nimmt an diesen Qualifikationsturnieren teil?
Dänemark, Spanien, Schweden, Island, Kroatien und Ungarn als Teams auf den Rängen zwei bis sieben bei der WM 2011 in Schweden. Die drei Erstgenannten sind jeweils Gastgeber. Je zwei weitere Turnier-Teilnehmer stellen Europa und Panamerika als die zwei besten Kontinente der WM. Je einen Vertreter schicken Afrika und Asien noch in die Ausscheidung. Fix sind Brasilien und Chile (Zweiter und Dritter in Panamerika) sowie Japan (Zweiter in Asien).
- Und wie kommen die deutschen Handballer nun zu Olympia?
Am einfachsten wie 2004 als Europameister oder als EM-Zweiter, wenn Frankreich wieder den Titel holt. Andernfalls – und das ist wahrscheinlicher – muss das DHB-Team einen der zwei erwähnten Plätze für ein Ausscheidungsturnier ergattern. Neben Deutschland haben dieses EM-Ziel acht Mannschaften: Polen, Serbien, Slowakei, Tschechien, Mazedonien, Russland, Norwegen und Slowenien.
- Welche Platzierung muss das DHB-Team also bei der EM erreichen?
Im günstigsten Fall reicht Rang zehn, im ungünstigsten nur der dritte Platz. Dies liegt an dem verzwickten System, das der Weltverband IHF erdacht hat. Die einfache Variante: Die ersten sieben Mannschaften der WM liegen auch bei der EM vor der deutschen Auswahl sowie maximal eins der anderen acht nicht für Olympia oder ein Ausscheidungsturnier qualifizierten Teams. Damit wäre der neunte EM-Rang ausreichend.
Aber: Wird Frankreich Europameister und qualifizieren sich Dänemark, Spanien oder Schweden als EM-Zweiter direkt für Olympia, rückt Polen als WM-Achter in ein Ausscheidungsturnier nach. Sollte Polen dann bei der EM vor Deutschland sein, würde der zehnte Platz für das DHB-Team reichen. Schlecht aus deutscher Sicht läuft es, wenn die vier EM-Halbfinalisten nicht für Olympia oder eins der drei Turniere qualifiziert sind. Dann sind nur die Plätze direkt hinter dem Europameister ausreichend.
























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