Lemke fordert weiter rasches Aus für Cattenom
Mainz (dpa/lrs) - Das französische Atomkraftwerk Cattenom nahe der deutschen Grenze muss nach Ansicht der rheinland-pfälzischen Energieministerin Eveline Lemke (Grüne) «dringlicher denn je» abgeschaltet werden. Wichtige Mängel, die bei Überprüfungen am Meiler festgestellt wurden, seien von Experten nicht ausreichend in Verbesserungsvorschläge umgesetzt worden, sagte Lemke laut Mitteilung am Montag in Mainz. Dazu zähle, dass Folgen eines Flugzeugabsturzes nicht berücksichtigt wurden. «Das Atomkraftwerk Cattenom bleibt ein Risiko, das wir nicht akzeptieren werden», sagte die Ministerin.
Lemke forderte ein rasches Handeln. Die von den Betreibern des Atommeilers vorgeschlagenen Fristen für weitere Analysen und eine Mängel-Behebung seien «viel zu lang». «Wir wollen keine Katastrophe erleben», sagte Lemke. Rheinland-Pfalz, Luxemburg und das Saarland wollten bis Mitte Dezember einen Zwischenbericht mit Empfehlungen zum «Stresstest» vorlegen, hieß es.
Die Vorschläge der französischen Experten sehen laut Lemke etwa die Schaffung eines «harten Kerns» vor, der mit zusätzlicher Stromversorgung und Kühleinrichtungen ausgestattet sei - und extreme Naturkatastrophen überstehen könnte. Die französische Atomaufsicht (ASN) hatte bei einer Inspektion in diesem Jahr Mängel entdeckt, darunter Rost an Teilen, Defizite bei der Notstromversorgung und im Kühlungssystem sowie bei der Erdbebensicherheit.
Seit Inbetriebnahme des Atomkraftwerks 1986 hat es bereits mehr als 700 meldepflichtige Vorfälle gegeben. Cattenom ist zwölf Kilometer von der saarländischen Grenze und neun Kilometer von der luxemburgischen Grenze entfernt - und damit auch nicht weit von Rheinland-Pfalz.





























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