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Lange Schlangen bei der "Stijl"

Mainz - Im alten Postlager war am Wochenende jede Menge los. Bei der Messe "Stijl" drängten sich die Besucher, es bildeten sich lange Schlangen, um aktuelle Mode, Trendsportarten, Graffiti-Kunst und angesagte Musik mitzuerleben.

Jungdesignern eine Plattform bieten - das war der Grundgedanke als das Team um Hauptorganisator Basti Steineck die Stijl-Messe im April 2009 ins Leben riefen. "Wir wollten aber noch mehr machen und viele Dinge mit einfließen lassen, die uns selbst am Herzen liegen", ergänzt Kommunikationsdesigner Christian Voigt, der das Konzept schon damals mitentwickelt hat.

Deswegen kombinierte die vierte Auflage der "Stijl" am Wochenende aktuelle Mode mit Trendsportarten, Graffiti-Kunst und angesagter Musik. Den Veranstaltern war es wichtig, näher ins Stadtzentrum zu rücken, weshalb sie ihre Messe ins Alte Postlager am Hauptbahnhof verlegten. Mit-Organisator Sebastian Hübschmann ist überzeugt, dass diese Neuerung noch mehr Besucher anlocken wird: "Prinzipiell können wir uns die Veranstaltung aber überall vorstellen, weil das Angebot so einzigartig ist."

Der Mainzer Dirk Modrok ist schon zum zweiten Mal dabei und präsentiert sein Label "i love mixtapes". Er bedruckt alle möglichen Textilien mit auffälligen Motiven und vertreibt sein Sortiment über den Online-Shop DaWanda, einen virtuellen Marktplatz für handgefertigte Waren. "Die Atmosphäre auf der Stijl ist richtig super. Jeder macht hier was anderes, wir sehen uns gar nicht als Konkurrenten." Die eigenen Produkte will der Jungunternehmer in Zukunft nur noch aus fair gehandelten Stoffen und organischer Baumwolle herstellen.

Als Trendsportart 2011 stellt der Sportlehrer René Wegner seine Eigenkreation "Headis" vor. Die Idee entwickelte der 28-Jährige gemeinsam mit seinem Freund Robert Bachmann an einem langweiligen Schultag (siehe Kasten). Im Jahr 2008 machten die beiden ihre Erfindung offiziell und meldeten die Marke zum Patent an. René Wegner war besonders darauf bedacht, das Regelwerk so einfach wie möglich zu halten: "Den Leuten macht es richtig Spaß, weil sie schon nach fünf Minuten Zugucken selbst spielen können." Die Medien wurden dann schnell auf die neue Sportart aufmerksam. Das Headis-Team erhielt Einladungen diverser TV-Sender und war beispielsweise in Stefan Raabs Sendung "TV total" zu Gast. Aktuell veranstaltet Wegner eine Turnierserie in zehn deutschen Städten, hier treten jeweils 40 bis 100 Spieler gegeneinander an. In die Rhein-Main-Region kehrt seine Truppe Ende Februar zur "Mesago" in Frankfurt zurück.

Auch Marcel Fleischmann, einer von zwei Inhabern von "Blotablota" will die Besucher zum Mitmachen anregen. Sein Laden in der Mainzer Neustadt ist eine Kombination aus Galerie und Shop. Auf Nachfrage der Organisatoren haben sich Fleischmann und sein Geschäftspartner Jochen Kreusser eine Live-Aktion einfallen lassen. Sie verkaufen weiße Stoffbeutel, die vom Messe-Publikum vor Ort selbst bedruckt werden können. "Die Idee dahinter war: Wir machen die komplette Stijl zur Ausstellung - jeder trägt seine eigene kleine Leinwand mit sich rum." Julia Weinheimer/Ann-Kathrin Siebert

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