IHK: Rot-Grün soll zur Mittelrheinbrücke stehen
Koblenz (dpa/lrs) - Nun hat auch die IHK Koblenz ein klares Bekenntnis der künftigen rheinland-pfälzischen Landesregierung im Koalitionsvertrag zur Mittelrheinbrücke gefordert. Eine Abkehr von den bisherigen Plänen würde die Zukunftsfähigkeit der Region Mittelrhein massiv gefährden», sagte IHK-Präsident Manfred Sattler laut Mitteilung am Freitag. Die Grünen wollen ihren Kampf gegen geplante Brückenbauprojekte im Land in den angestrebten Koalitionsgesprächen mit der SPD fortsetzen. Nach zwei rot-grünen Sondierungsrunden soll der Grünen-Landesparteirat an diesem Samstag den Weg für Koalitionsverhandlungen mit den Sozialdemokraten freimachen.
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) hat zur Bekräftigung ihrer Forderung in der vergangenen Woche eine Umfrage bei 2000 Unternehmen am Mittelrhein gemacht. Das Ergebnis: 80 Prozent der befragten Firmen sprachen sich den Angaben zufolge für die feste Rheinquerung bei St. Goar aus. Die Vizepräsidentin der IHK Koblenz, Hildegard Kaefer, sieht darin einen «deutlichen Auftrag an die Landespolitik, das Brückenprojekt weiterzuverfolgen». Der Fluss werde von der Wirtschaft als eine «natürliche Wachstumsgrenze» angesehen. Zwischen Koblenz und Mainz gibt es auf 85 Kilometern weder Brücke noch Tunnel.
Bereits vor einigen Tagen hatten die Landräte Günter Kern (SPD/Rhein-Lahn-Kreis) und Bertram Fleck (CDU/Rhein-Hunsrück-Kreis) von einer neuen Landesregierung ein Bekenntnis zu dem Brückenbau gefordert. Die Mehrheit der Bürger in den beiden Landkreisen rechts und links des Rheins steht nach ihren Angaben hinter dem Projekt.
Das Unesco-Welterbekomitee hatte im Sommer 2010 grünes Licht für die feste Rheinquerung gegeben. Das Gremium hält die Brücke bei St. Goar und St. Goarshausen für vereinbar mit dem 2002 verliehenen Welterbestatus der Region. Kritiker warnen unter anderem vor Umweltschäden. Die Grünen, die nach der Landtagswahl am 27. März mit 15,4 Prozent in den Landtag zurückkehrten, sind daher für einen Ausbau des Fährbetriebs. Der Brückenbau soll nach Planungen des Wirtschaftsministeriums 2016 beginnen und 2018 fertig sein.






















Diesen Artikel versenden