Gedenken im Stadion: «Trauer will man teilen»
Insgesamt sieht Groebel die öffentlichen Trauerfeiern als Zeichen eines neuen Umgangs mit Gefühlen. «Früher wurden Gefühle, vor allem Trauer, im Privaten gelebt - inzwischen zeigt man das sehr gerne öffentlich.» Die Dresdner Kommunikationswissenschaftlerin Katrin Döveling sah nach der Feier für Enke eine Art kollektiver Katharsis, eine seelische «Reinigung» der Massen: «Trauer will man teilen», lautete ihre einfache Erklärung. Da der Mensch ein soziales Wesen sei, wolle er in schwierigen Situationen wenigstens die Erleichterung spüren, dass er mit seinen Gefühlen nicht alleine ist.
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