Direktor: Cattenom könnte noch 30 Jahre laufen
Saarbrücken (dpa/lrs) - Das umstrittene französische Atomkraftwerk Cattenom könnte nach Einschätzung seines neuen Direktors Guy Catrix noch mindestens weitere 30 Jahre am Netz bleiben. Bis etwa 2045 könne dort aus technischer Sicht Atomstrom produziert werden, sagte Catrix der «Saarbrücker Zeitung» (Montag). Ob dies allerdings auch politisch so gewollt sei, sei Sache der französischen Regierung.
Zeitgleich zu Catrix' Aussagen kritisierte das rheinland-pfälzische Energieministerium den Cattenom-Betrieb erneut heftig und verwies auf die jüngste bekannte Störung vom vergangenen Freitag. «Für das AKW Cattenom kann die Devise nur "So rasch wie möglich abschalten" heißen, sagte Energieministerin Eveline Lemke (Grüne). Laut Ministerium hatte bei der Wiederinbetriebnahme des Blocks 2 einer der 65 Steuerstäbe nicht bewegt werden können. Diese Steuerstäbe dienten dazu, die Leistung des Reaktors zu kontrollieren. Die Inbetriebnahme des Blocks sei daraufhin abgebrochen worden.
Catrix warb dagegen um Vertrauen in die Anlage, die bei Stresstests schlecht abgeschnitten hatte und die regelmäßig mit Störfällen auf sich aufmerksam macht. Das AKW entspreche den Sicherheitsstandards, das hätten Überprüfungen 2012 gezeigt. Zudem seien weitere Milliardeninvestitionen unter anderem in die Sicherheit des AKW geplant, wird Catrix zitiert.
Die Nachbarländer Rheinland-Pfalz und Saarland sowie Luxemburg fordern schon länger die sofortige Stilllegung des Atomkraftwerks, weil die Sicherheitstechnik nicht dem heutigen Stand entspreche. Cattenom ist nur wenige Kilometer von Deutschland, Belgien und Luxemburg entfernt.
Centrale nucléaire de Cattenom




























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