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Das Netz will aufklären - User sammeln Beweise

Duisburg - Mitgefühlsbekundungen, Anschuldigungen, Augenzeugenberichte – die Internetgemeinde kommt auch drei Tage nach der Duisburger Tragödie nicht zur Ruhe. Viele User wollen vor allem eins: Helfen aufzuklären, wie es zu der Katastrophe kommen konnte. Sie verbreiten beim Kurznachrichtendienst Twitter ihre Fotos und Videos, schildern in Blogs, wie sie das Gedränge im Tunnel tatsächlich erlebt haben.

Wie konnte es zu der Katastrophe von Duisburg kommen? In Netz schildern Augenzeugen ihre Erfahrungen - und fordern Aufklärung.
DPA

„Ich war als Helfer dort und habe mit Menschen gesprochen, die in der Menge standen. Es gab kein Entkommen, man wurde einfach über die am Boden Liegenden geschoben, die in Todesangst gebissen und um sich getreten haben“, beschreibt Twitteruser @DionHutter die Situation.

„Nirgends waren Pläne, es wurden keine Flyer ausgeteilt, auf denen eine Karte des Geländes war. Wir hätten uns gerne orientiert. [...] Wenn es Pläne gegeben hätte, dann hätten sich vielleicht einige Menschen überlegt, ob sie mit den Menschenmassen den winzigen Zugang benutzen, oder doch lieber umkehren sollten“, schreibt Daphne Volk in ihrem Blog.

Vor allem der Link zur Internetseite loveparaderavercount.de verbreitet sich derzeit wie ein Lauffeuer im Netz. Auf der Seite will man versuchen, die genauen Besucherzahlen der Loveparade zu ermitteln und so beweisen, dass es weit mehr als die vom Polizeipräsidenten auf der Pressekonferenz am Sonntag genannten 150 000 Raver waren.

„Angeblich waren nur 15000  Raver auf der Loveparade Meldet Euch [...] für die echten Zahlen!“, fordert zum Beispiel Twitter-User Enno Schummers. Und Marcel Spikowski versucht es sogar zweisprachig: „Helft uns die Besucher zu zählen Help us to get the real count”

Einige User werden erfinderisch. So fragt Peter Grillen: „Könnte man auch nicht anhand der Mobilfunkdaten feststellen wie viele Besucher auf dem #Loveparade Gelände waren?“

Erleichterung bei denjenigen, die durch die sozialen Netzwerke wieder erste Lebenszeichen ihrer Liebsten hören. „Wieder daheim von der loveparade...“, schrieb Vanessa Dorn in ihrer Statusmeldung bei Facebook. „ey süße habe dir sms geschrieben ... kam aber nix zurück :/ hab mir sorgen gemacht !!!!“, antwortet Dominic Fantasìa zurück.

Gleichzeitig laufen aber auch weiter zahlreiche Vermisstenmeldungen über die Netzwerke, werden Nachrichten über die aktuellen Verletztenzahlen weitergeleitet, Links mit Hilfsangeboten für Betroffene veröffentlicht. 

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