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Bürger: Ohne Brücke ist Masterplan für Mittelrhein nichts wert

Mittelrhein - Mit einer Bürgerveranstaltung in St. Goar startete am Freitagabend das Projekt Masterplan für das Welterbe Oberes Mittelrheintal. Der vorläufige Verzicht der Landesregierung auf den Bau einer Brücke und der Bahnlärm waren für die gut 130 Teilnehmer der Veranstaltung die Reizthemen. Ohne die Brücke und ohne Reduzierung des Bahnlärms könne das Welterbegebiet seine Talfahrt nicht stoppen und sich nicht so weiterentwickeln, dass die Menschen den Mittelrhein mit Freude und Begeisterung als ihre Lebensgrundlage erachten, lautete der Tenor.

Das Unesco-Welterbekomitee hat  den Masterplan zur Pflichtaufgabe erkoren. Im Juli 2010 forderten die Welterbe-Hüter, eine Vision für das Mittelrheintal zu entwickeln, deren Umsetzung in einem Masterplan aufgezeigt werden müsse. Der Masterplan muss verdeutlichen, wie der "außergewöhnliche universelle Wert" der Kulturlandschaft zwischen Bingen/Rüdesheim und Koblenz erhalten werden kann und wie sich die Kulturlandschaft in nachhaltiger Weise im Hinblick auf Verkehr, Lärmbelästigung, Demografie und Ökonomie entwickeln könnte. Kurzum: Im Masterplan muss der Nachweis erbracht werden, dass der Mittelrhein den Anforderungen des Titels "Welterbe" gerecht wird. In zehn Workshops - von Tourismus über Baukultur bis hin zu Vorstellungen über das Wohnen im Alter - sollen Bürger und örtliche Entscheidungsträger ihre Vorstellungen kundtun.

Wirtschaftsministerin Eveline Lemke betonte: „Für mich stehen keine neuen Großprojekte, sondern die kreative Arbeit mit den Verantwortlichen und Engagierten vor Ort im Fokus der Workshops im nächsten Jahr. Das Welterbe ist aber keine kulturhistorische Käseglocke, unter der ein Status-Quo konserviert werden soll. Die Auszeichnung als Unesco-Weltkulturerbe verpflichtet vielmehr, die notwendigen strukturellen Veränderungen dieses Lebensraumes von rund 100.000 Einwohnern selbstbewusst und konstruktiv zu gestalten und gleichzeitig die Qualität des Welterbes zu erhalten.“ Das Ergebnis dieses gemeinsamen Diskussionsprozesses soll der Unesco Anfang 2013 vorgelegt werden.

Günter Kern, der Landrat des Rhein-Lahn-Kreises und Vorsitzende des Zweckverbandes, machte deutlich, dass seit Gründung des Zweckverbandes 2005 ein Wir-Gefühl im Welterbegebiet entstanden sei, dass es so noch nie gegeben habe. "Die Menschen am Mittelrhein wurden über Jahrhunderte fremdbestimmt. Sie haben es satt, dass über ihre Köpfe entschieden wird. Sie wollen mitreden", sagte Kern in einer engagierten Rede. "Wenn der Masterplan kein bloßer Fetzen Papier ist, sondern ein Handlungskonzept darstellt, muss dort die kommunale Stimme deutlich vernehmbar sein."  Deshalb sei es so wichtig, dass sich im Masterplan die lokalen und regionalen Vorstellungen wiederfinden. Und dazu gehöre auch der Bau der Mittelrheinbrücke. "Eine feste Querung ist unumgänglich", brachte Kern die Mehrheitsmeinung in der St. Goarer Rheinfelshalle auf den Punkt. "Auch das gehört in den Masterplan."  Wolfgang Wendling

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Leserkommentare (2)

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von Koblenz-Talke(r) vom 06.11 - 21:54 Uhr
Hier ist mal wieder ganz klar der Konflikt zwischen Umweltschutz / Tourismus und Wirtschaft zu erkennen ... Ohne Wirtschaft fällt eine Region ins ...

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