Bombe in Osterspai: Dorf wird am Dienstagabend evakuiert
Osterspai - Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes haben am Montag um 12.50 Uhr in Osterspai eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg identifiziert.
Sie liegt auf einer schwer zugänglichen Wiese am Osterspaier Ortsausgang Richtung Braubach nur 50 Meter von den Bahnschienen entfernt. Die Bombe soll am Dienstagabend um 20 Uhr entschärft werden. Deshalb werden ab 18 Uhr alle Osterspaier und Gäste mit Bussen evakuiert. Ihnen steht die Turnhalle der Marksburgschule in Braubach als Unterschlupf zur Verfügung. Für Verwirrung sorgte die Meldung eines Radiosenders, die Bombe werde am Montag entschärft.
Darüber hinaus wird das Umland aus Sicherheitsgründen in einem Radius von 1000 Metern gesperrt. Bereits ab 14 Uhr können Wanderer den Rheinsteig nicht mehr passieren. Ab 18 Uhr ist die B 42 für den Durchgangsverkehr ab Braubach und Kamp-Bornhofen gesperrt, es folgt um 19.30 Uhr die B 9. Evakuiert werden muss zudem der Campingplatz gegenüber von Osterspai.
Auch die Schifffahrt ist betroffen: Ab 19 Uhr müssen die Besatzungen in Lahnstein und Bad Salzig anlanden. Die Bahn wird rund 30 Minuten vor der Entschärfung alle Züge in die Bahnhöfe einfahren lassen. Das heißt: Der gesamte Verkehr im Mittelrheintal ruht.
Wie lange die Sperrung andauert, hängt ganz davon ab, in welchem Zustand die Bombe ist. Weil das schräge Gelände nur schwer zu erreichen ist, können die Spezialisten die Bombe nur mit einem kleinen Bagger freilegen. Schaufel für Schaufel und mit Bedacht grub sich Kampfmittelräumer Frank Brombach deshalb zum gefährlichen Ziel vor.
Am Nachmittag lag der erste Zünder schließlich frei und Brombachs Kollege Dietmar Schmid war erleichtert, dass dieser nicht zerstört wurde, was für die Entschärfung wichtig ist. Wie schwer die Bombe genau ist, konnte gestern noch nicht 100-prozentig festgelegt werden. Kurze Zeit war unter den Experten von einer 20-Zentner-Bombe die Rede. Auszugehen ist aber von einem zehn Zentner schweren Brocken, mit dem die Alliierten vermutlich den Lahnsteiner Güterbahnhof treffen wollten.
Schon seit Jahrzehnten wurde vermutet, dass auf der Obstbaumwiese am Ortsrand noch ein Blindgänger amerikanischer Luftangriffe in der Erde liegt. Vor zwei Jahren entdeckte Dietmar Schmid, der in Osterspai lebt, dann eine entsprechende Aktennotiz und begann nachzuforschen. Doch mit den eigenen Suchgeräten ließ sich der Metallkörper nicht nachweisen. Erst die Spezialgeräte der Firma Ebinger Prüf- und Ortungstechnik aus Köln spürten den großen magnetischen Gegenstand tief im Boden auf, der sich gestern als Bombe erwies.






















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