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19-Jährige wollte „einfach Spaß“ - Totenstille in Stadecken-Elsheim

Stadecken-Elsheim. Erst nach und nach bekamen die Menschen in Stadecken-Elsheim mit, dass die Katastrophe auf der Duisburger Loveparade bis in ihr beschauliches Dorf in Rheinhessen gekommen war.

Von unseren Reportern Giovanna Marasco und Moritz Meyer

„Zuerst habe ich nur gehört, dass eines der Opfer aus Rheinland-Pfalz kommen soll", berichtet eine Einwohnerin. Doch irgendwann konkretisierten sich die Meldungen: Ein 19-jähriges Mädchen aus Stadecken-Elsheim gehört zu den 20 Menschen, die die Massenpanik auf der Duisburger Technoparade nicht überlebten.Für die Bewohner des Ortes war diese Nachricht ein schwerer Schock.

Die Verstorbene war ein ganz normaler Teenager, der „einfach Spaß haben" zu seinen Interessen zählte. Das verrät ihr Profil im sozialen Netzwerk Facebook. Am liebsten feierte sie zu elektronischer Musik: Loveparade und das Hunsrücker Technofestival „Nature One" zählten ebenfalls zu ihren Interessen.

Gemeinsam mit Freunden machte sie sich auf den Weg nach Duisburg, so viel weiß Stadecken-Elsheims Bürgermeister Hermann Müller. Müller hat bereits mit der Familie der jungen Frau gesprochen. „Wir werden sie natürlich in allen Belangen unterstützen", sagte er unserer Zeitung.

4500 Einwohner hat die mitten in der Idylle der rheinhessischen Weinberge gelegene Doppelgemeinde. „Hier kennt jeder jeden", sagt man über solche Orte. Auch im Irish Pub „Highlander" kommt man schnell auf die Geschehnisse in Duisburg zu sprechen. „Auch eine aus Stadecken war unter den Toten", meint ein Gast. „Die Oma von ihr wohnte doch gleich hier die Straße runter", kommentiert eine Frau.

Fest im Ort verwurzelt

Die 19-Jährige und ihre Familie sind fest im Ort verwurzelt, viele kennen die Familie über Sportverein oder den Chor. Zur Schule ging sie zunächst in Nieder-Olm. Nach der zehnten Klasse wechselte sie auf ein Mainzer Gymnasium, machte dort in diesem Jahr ihr Abitur.

Eine Mutter aus Stadecken-Elsheim, deren Sohn mit ihr in eine Klassenstufe ging, beschreibt sie als „sehr intelligent". „Ein bildhübsches Mädchen", sagt eine Nachbarin.

„Das ganze Dorf ist betroffen, aber es ist jetzt auch bereit zu helfen", sagt der evangelische Pfarrer des Ortes, Ernst-Walter Rohmann. Er betreut die Familie des Opfers seelsorgerisch. „Es ist Totenstille eingetreten", beschreibt er die Stimmung. Ein Gedenkgottesdienst ist geplant.

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