DOSB-Chef Bach: «Wir werden Doping nie besiegen»
Stuttgart (dpa) - Das Netz der Dopingfahnder wird engmaschiger, die Zahl der Kontrollen bei den Olympischen Spielen in London weiter steigen. Dennoch gibt sich der Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Thomas Bach, keinen Illusionen hin.
«Wir werden Doping nie besiegen, aber das muss man gesamtgesellschaftlich sehen. Das Diebstahlverbot steht schon in den zehn Geboten. Dennoch ist Diebstahl bis heute nicht ausgerottet», sagte der DOSB-Präsident in einem Interview der «Stuttgarter Nachrichten».
Man dürfe nicht nach jedem Dopingfall «die gesamte Sportsystematik infrage stellen», betonte der IOC-Vizepräsident. Bach wehrte sich gegen Vorwürfe, der Sport habe zu wenig Aufklärungswillen. «In dem Bereich, in dem der Sport tätig werden kann, wird alles getan. Wir haben bei den Athleten den besseren Zugriff. Der Staat bei den Hintermännern», erklärte der Wirtschaftsanwalt aus Tauberbischofsheim. «Deshalb fordern wir ja die staatliche Hilfe ein.» Diese Arbeitsteilung sei im Arzneimittelgesetz geregelt.
Bach schloss nach dem Scheitern Münchens um die Ausrichtung der Winterspiele 2018 eine weitere deutsche Olympia-Bewerbung nicht aus - für Sommer- oder Winterspiele. Es gebe allerdings «viele offene Fragen. Auf alle Fälle sind wir in der komfortablen Lage, ein Konzept in der Schublade zu haben, das sich als wettbewerbsfähig und gut erwiesen hat.» 2015 wäre das nächstmögliche Jahr, in dem sich Deutschland erneut um Olympische Spiele (Winter 2022) bewerben könnte.














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