BMI lässt Zuwendung an Erfurter Stützpunk prüfen
Berlin (dpa) - Die Affäre um den Erfurter Sportmediziner könnte finanzielle Konsequenzen für den Olympiastützpunkt Thüringen haben.
Das Bundesinnenministerium lässt die Vorgänge um die Blutmanipulationen durch eine umstrittene UV-Bestrahlung bei rund 30 Sportlern durch den Erfurter Sportmediziners Andreas Franke vom Bundesverwaltungsamt zuwendungsrechtlich prüfen.
Einen entsprechenden Bericht der «Frankfurter Rundschau» bestätigte das BMI der Nachrichtenagentur dpa. Nach Abschluss der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Erfurt und der sportrechtlichen Verfahren würden die Ergebnisse bewertet und «gegebenenfalls die erforderlichen Konsequenzen gezogen», sagte der Sprecher des BMI, Hendrik Lörges.
Der Olympiastützpunkt Thüringen erhält vom Bund in diesem Jahr Fördergelder in Höhe von 2,1 Millionen Euro. Der Sportarzt Franke soll mindestens 30 Athleten mit der umstrittenen UV-Bestrahlung des Blutes behandelt haben. Nach Erkenntnissen des BMI hat Franke die Behandlungen im Rahmen des bestehenden Honorarvertrags über den Olympiastützpunkt abgerechnet. Zuwendungen des Bundes sind seit Jahren mit der Einhaltung der Anti-Doping-Bestimmungen verknüpft.
Die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft hat «mit Unverständnis» auf Medienberichte zu den Ermittlungen gegen Franke reagiert. Auf der Liste der behandelten Sportler waren neben 28 weiteren Namen auch die der Eisschnellläuferinnen Claudia Pechstein und Judith Hesse aufgetaucht.
Der Bericht der ARD-Sportschau sei nach Auffassung der DESG «aus rechtlicher als auch aus medizinischer Sicht eine unkorrekte Darstellung und belastet das laufende Ermittlungsverfahren», kritisiert DESG-Präsident Gerd Heinze in dem Schreiben. «Die auf rechtlich unzulässigem Weg erworbene und lancierte Namensliste von möglicherweise behandelten Sportlern und die selektive Veröffentlichung von einzelnen Sportlern stellt eine unerträgliche Vorverurteilung der benannten Sportler dar.»
Eine Sprecherin der ARD wollte diese Darstellung nicht kommentieren, verwies jedoch darauf, «dass in dem Sportschau-Beitrag vom vergangenen Sonntag der Vizepräsident und Medizinchef der WADA, Arne Ljungqvist, eindeutig festgestellt hat, dass die Einführung von Blut, Blutzellen oder blutzellenähnlichen Produkten ohne begründete gesundheitliche Notwendigkeit verboten ist, ebenso wie andere Infusionen auch.»
Neben der DESG äußerte auch der Thüringer Sportärztebundes Kritik. «Was aus Sicht des Thüringer Sportärztebundes einer Vorverurteilung gleicht, ist die derzeitige Pressekampagne, vor allen Dingen gegenüber betroffenen Sportlern, insbesondere den Nachwuchssportlern», hieß es in einer Mitteilung.














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