Schrift:

Marathonsieger Charai Abderrazzak setzt das Ausrufezeichen

Koblenz - Laura Krümel blieb staunend am Streckenrand stehen. Die 20 Jahre alte Hamburgerin parkte ihr Fahrrad auf dem Radweg in der Nähe von Hirzenach und schaute staunend auf das laufende Volk. "Was ist denn hier los", fragte die junge Frau in die Runde. Der Hochwald Mittelrhein Marathon donnerte an der Radtouristin vorbei.

Charai Abderrazzak ließ sich Ziel von seinen Freunden feiern.
Frey-Pressebild

Rund 7000 Sportler gingen bei den diversen Wettbewerben auf die Strecke, Laura Krümel schaute sicherlich dem härtesten Rennen zu, dem Marathon. "Die laufen wieder zurück bis Koblenz?", fragte die Radfahrerin überrascht. Beim Strecken-Wendepunkt kurz vor St. Goar waren gerade einmal 12 von 42 Kilometern bewältigt. Als Krümel ihr Rad an der Strecke parkte, lief gerade Charai Abderrazzak an der Wendemarke vorbei. Der Marokkaner wirkte konzentriert, sein Laufstil überaus flüssig. Seine Zeit bei 12 Kilometern: genau 40:00 Minuten. Im Vorjahr hatte der 25-Jährige den Rekord im Halbmarathon auf 1:07:51 Stunden gedrückt, nun wollte er auch im Marathon den Rekord brechen. Abderrazzaks Zeit bei der Halbmarathonmarke: 1:10:44 Stunden. Bereits bei der Hälfte der Strecke lag er mit gut sechs Minuten vor dem Zweiten, Titelverteidiger Marco Diehl. "Wahnsinn, wie schnell der ist", sagte auch Rennbeobachterin Laura Krümel. Obwohl ständig drehender Wind das Rennen schwer machte, drehte Abderrazzak mächtig auf. Dem 54 Kilo leichten Athlet en schienen die böigen Winde kaum etwas auszumachen - im Alleingang lief er zum Rekord.

Abderrazzak litt auf den letzten Kilometern zwar enorm und büßte Zeit ein, aber nach 2:27:30 Stunden war es geschafft. Ein Jahr nach seinem Streckenrekord im Halbmarathon lief er mit Marathonrekord und der marokkanischen Flagge über dem Kopf ins Ziel. "Der Wind war sehr stark", sagte er, "aber ich bin glücklich, dass ich es geschafft habe." Auch der Zweite, Marco Diehl, und Uwe Honsdorf auf Rang drei wirkten gezeichnet vom Kampf mit der Strecke und dem Wind. In 2:38:44 Stunden lief Diehl mit respektvollem Abstand auf den Silberrang, der Koblenzer Honsdorf folgte in seiner Heimatstadt in 2:42:35 Stunden als Dritter.

Gerade die Marathonleistungen beeindruckten bei der siebten Auflage des Mittelrhein Marathons - das Frauen-Rennen gewann Regina Vielmeier vom SV Oberkollbach in 3:09:47 Stunden vor Lokalmatadorin Jennifer Lehmler von der TG Oberlahnstein (3:22:17 Stunden) und Sabine Schenkenhofer von SRL Triathlon Koblenz (3:38:12 Stunden).

Laura Krümel wurde auf ihrer Deutschland-Radreise zum Zaungast des Hochwald Mittelrhein Marathon 2011.
Frey-Pressebild

Zur Hochgeschwindigkeitsfahrt wurde wieder einmal das Rennen der Inline-Skater. Wie an der Perlenkette aufgereiht zog sich das Feld nach dem Start in Boppard rasch auseinander. Gerade angesichts des Windes wurde im internationalen Profifeld sehr taktisch agiert - eine strake Schweizer Gemeinschaft versuchte von Beginn an das Feld zu sprengen. Nach rund 30 Kilometern setzte sich dann Eidgenosse Severin Widmer in Rhens an einer Kopfsteinpflaster-Passage mit einem Zwischenspurt ab. Drei Verfolger schlossen zu dem Flüchtling auf und machten den Sieg des Rennens unter sich aus. In 53:49 Minuten gewann der Belgier Ferre Spruyyt letztlich den Schlussspurt; die ersten Vier erreichten das Ziel innerhalb einer Sekunde. Trotz heftigen Windes lag das Stundenmittel des Siegers bei 42,36 km/h. "Es war unglaublich schnell", sagte Inline-Chef Oliver Engel.

1 von 2
Weiter
0.0
0,0 (0 Stimmen)

TuS offfensiv

Sebo-Sport-Regiosport-tus-offensiv-blog

Nahe am Ball

Ergebnisse und Tabellen

Event-Kalender

Wetter

Samstag

9°C - 25°C
Sonntag

11°C - 26°C
Montag

12°C - 25°C
Dienstag

10°C - 23°C

RZ-Blog