Vuvuzela sorgt für gutes Geschäft
Sie sind der Aufreger der WM unter den deutschen TV-Zuschauern: die Vuvuzelas. Wir haben den Inhaber der Markenrechte in der EU gefragt, ob er es nach dem Sturm der Empörung über die Nervtröten bereut, das südafrikanische Lärminstrument nach Europa gebracht zu haben.
Frank Urbas ist Mitgründer der Düsseldorfer Firma Urbas Kehrberg, die sich rechtzeitig und EU-weit die Markenrechte an der Vuvuzela gesichert hat. Inzwischen hat die Firma fünf Millionen Tröten auf den Markt gebracht. Seit WM-Beginn häufen sich die Presseanfragen bei Urbas. Hergestellt werden die Tröten übrigens in unserer Region – bei der Firma Allit in Bad Kreuznach.
Herr Urbas, Sie haben die Vuvuzela nach Europa gebracht. Tut es Ihnen wenigstens ein bisschen Leid?
Nein, nicht im Geringsten! Man muss differenzieren: Was da in Südafrika getrötet wird, hat nichts mit unserem Produkt zu tun.
Was sind denn die Unterschiede?
Unsere Vuvuzela hat einen Schalldämpfer. Nach dem Confederations Cup, als die Diskussion um die Vuvuzelas zum ersten Mal richtig losging, haben wir uns um das Thema gekümmert. Wir sind dann mit unserem Produkt zum TÜV gegangen und haben uns an dessen Empfehlung gehalten. Unsere Vuvuzela ist nicht nur dreiteilig und taugt deshalb auch nicht als Schlagwaffe, sie ist auch 13 Dezibel leiser als das südafrikanische Original.
Wie laut ist Ihre Euro-Vuvuzela denn noch?
Sie hat unter Laborbedingungen 125 Dezibel erreicht. Man muss aber dazu sagen, dass diese Reduzierung um 13 Dezibel wahrgenommen wird wie eine Halbierung der Lautstärke. Wenn man unser Produkt sachgemäß verwendet, so wie wir es empfehlen, wenn man also nach oben trötet, dann ist der Schall eben deutlich leiser.
Den Leuten hier gehen aber nun mal die Vuvuzelas dennoch auf den Geist.
Ich finde es schade für Südafrika und den ganzen afrikanischen Kontinent, dass das afrikanische Produkt jetzt so kontrovers diskutiert wird. Man hätte natürlich auch in Südafrika nur die schallgedämpfte Version zulassen können. Aber dafür können wir ja nichts. Übrigens, wenn man die Leute fragt, die in den Stadien sind, berichten die, dass man das dort ganz anders empfindet als bei uns am Fernseher.
Hand aufs Herz – das Tröten im Fernseher nervt Sie doch auch, oder?
Sagen wir so, wenn man über eine gewisse Zeit nahezu denselben Ton hört, ist das schon gewöhnungsbedürftig. Ich höre das natürlich auch, aber es nervt mich nicht. Ich konzentriere mich auf das Spiel und blende das aus, kann aber jeden verstehen, der sich gestört fühlt.
Das Geschäft mit den Vuvuzelas dürfte sich für Sie trotz allem lohnen.
Wir haben fünf Millionen Vuvuzelas produziert und auch nahezu verkauft. Es kommen aber immer noch jeden Tag Anfragen aus ganz Europa, ein paar haben wir auch noch auf Lager. Aber unser Geschäft ist im Prinzip gelaufen. (tim)
Tröten-Infos gibt es hier.










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