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Lego-Kicker spielen wie Jogis Jungs

Laatzen -Wenn Lego-Männchen kicken: Fabian Moritz aus Laatzen in Niedersachsen ist 19 Jahre alt und Schüler. Der Hannover-96-Fan stellt viele WM-Spiele mit Legofiguren nach und stellt diese Videos ins Internet. Seine etwa ein- bis zweiminütigen Lego-Fußball-Videos gibt’s im Internet.

Cacau jubelt - auch in Lego.
Cacau jubelt - auch in Lego.
Fabian Moritz

 

Herr Moritz, Sie stellen die WM-Spiele für kurze Internetvideos mit Lego-Figuren nach. Was können diese Lego-Kicker besser als echte Nationalspieler?
Puh, eine schwierige Frage. Eigentlich machen die Lego-Kicker ja genau dasselbe wie Jogis Jungs.

Sie verlieren also auch bei Ihnen gegen Serbien?
Wohl oder übel. Ich kann ja jetzt schlecht Deutschland gewinnen lassen.

Welche Szenen stellen Sie nach? Nur die Tore?
Na ja, die Gelb-Rote Karte gegen Klose und den verschossenen Elfmeter von Podolski werde ich wohl auch nachstellen. Ansonsten sind es eigentlich hauptsächlich die Tore.


 

 

 

 

 

Wie lange machen Sie das schon?
Seit drei Jahren. Damals, im Sommer 2007, hat Hannover 96 gegen Real Madrid in einem Testspiel 3:0 gewonnen. Damals habe ich begonnen – ich bin 96-Fan –, und die Reaktionen waren gleich sehr gut. Natürlich habe ich auch bei der Europameisterschaft 2008 Videos gedreht und online gestellt. Jetzt läuft meine erste WM.

Warum machen Sie sich diese Mühe?
Weil ich ein bisschen bescheuert bin. Ich bin fußballverrückt, das ist meine große Leidenschaft. Und es macht mir einfach Spaß, auch weil es so gut ankommt. Ich habe dutzende Anfragen, auch von Medien, auch aus dem Ausland.

Erklären Sie mir doch bitte, wie das mit den Videos eigentlich funktioniert.
Ich stelle die Figur auf und mache ein Bild. Dann schiebe ich die Figur ein bisschen weiter und mache noch ein Bild. Pro Sekunde vier Fotos. Am Computer setze ich die Bilder dann aneinander, und so wird ein kurzer Film daraus. Für ein Spiel brauche ich zwei, drei Stunden, manchmal auch vier. Das kommt natürlich ganz auf das Spielgeschehen an – Torraumszenen mit Getümmel dauern am längsten.

Wie viele Figuren haben Sie im Einsatz? Und wo haben Sie die alle her?
Rund 400. Mein Stadion hat 600 Plätze. Aber dass die oberen Ränge leer sind, sieht man auf den Videos nicht. Manche Figuren sind von meinem Vater, die sind 30 Jahre alt. Andere habe ich aus dem Internet, Hannover 96 hat mir auch mal welche spendiert.

Die Mannschaften werden dann immer ins richtige Trikot gesteckt.
Ja. Die Trikots hole ich mir aus dem Internet, drucke sie aus und beklebe dann die Spielerfiguren. Hinzu kommen die Fahnen im Publikum, das Stadion – das ist alles mehr Arbeit als man denkt.

Was sagen Sie zum Spiel der Deutschen gegen Serbien?

Na ja, das war schon unglücklich. Ich fand den Platzverweis zu hart. Klose versucht, den Ball zu erobern und trifft ihn halt. Dafür muss man keinen Platzverweis aussprechen. Ich habe auch nicht verstanden, warum Löw den Özil vom Platz genommen hat. Und der Müller ist ja eigentlich auch immer für eine Einzelaktion gut.

Geht es dennoch weiter für Deutschland?

Ich glaube schon, dass wir gegen Ghana gewinnen. Die Deutschen haben ja bei Turnieren so eine Art Bayern-Gen. Sind ja auch genügen Bayern dabei. Ich hoffe es ja auch – schließlich macht es mir doch mehr Spaß, die Deutschland-Spiele nachzustellen.

Kann es passieren, dass Sie eine Art Kommentar einbauen, dass Sie zum Beispiel irgendwie darstellen, dass Sie die Gelb-Rote Karte überzogen finden?

Ich bringe schon immer eine persönliche Note ein. Die 96er haben mal gegen Bremen gespielt, da hat Almeida eine Tätlichkeit begangen. Die habe ich dann leicht übertrieben dargestellt – bei mir setzte Almeida zu einem Kung-Fu-Tritt an. Das kam aber auch gut an.

 

Das Gespräch führte unser Redakteur Tim Kosmetschke.

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