DFB-Elf muss in dünner Höhenluft ran
Johannesburg - Gegen Ghana muss die DFB-Elf erstmals bei diesem Turnier in der dünnen Höhenluft von Johannesburg spielen. Dr. Markus de Marées ist beim Institut für Trainingswissenschaft und Sportinformatik an der Kölner Sporthochschule tätig. Wir haben ihn gefragt, welche Auswirkungen die Höhenluft wirklich hat.
Dr. de Marées, Deutschland muss heute Abend in 1750 Metern Höhe in Johannesburg gegen Ghana ran. Welche Auswirkungen hat die dünne Höhenluft wirklich auf die Leistungskraft der Fußballer?
Ja! Es ist eben weniger Sauerstoff in der Höhenluft vorhanden, das wirkt sich auf jeden Fall auf die Leistungsfähigkeit von Fußballspielern aus. Bei einem 30-Meter-Sprint ist der Leistungsabfall zwar noch nicht zu bemerken - vielleicht ist es sogar eher ein Vorteil, weil der Luftwiderstand geringer ist. Aber über die Dauer von 90 Minuten gesehen nimmt die Leistungsfähigkeit auf jeden Fall ab, weil der Fußballer sich weniger schnell regenerieren kann. Dabei kommt es dann in der zweiten Halbzeit zum Nachlassen der koordinativen Fähigkeiten. Und auch das Zweikampfverhalten könnte ein bisschen darunter leiden.
Wie verläuft bestenfalls die Vorbereitung, um sich auf die Höhenluft einzustellen?
Also, wenn ein Wettkampf in der Höhe stattfindet, dann sollte man sich auch in der Höhe darauf vorbereiten. Sprich, wenn ich jetzt ein Spiel in Johannesburg habe auf 1750 Metern Höhe, ist man gut beraten, eine Woche vorher, vielleicht auch zehn Tage vorher hinzufahren, um sich an diese Höhenluft zu gewöhnen. Einmal sind ja die physiologischen Anpassungsmechanismen des Körpers zu berücksichtigen. Auf der anderen Seite muss man natürlich auch beachten, dass der Ball etwas andere Flugeigenschaften hat.
Die dünne Luft hat also tatsächlich Auswirkungen auf das Spielgerät?
Ja, auf jeden Fall. Er fliegt weiter, weil die Luftdichte eben etwas geringer ist. Der Effet kann nicht so stark ausgeführt werden, das heißt, man kann keine so schönen Bananenflanken spielen. Ich vermag es jetzt nicht genau abzuschätzen, ob der neue WM-Ball generell ein sehr schwieriges Spielgerät ist und man längere Zeit braucht, um sich auf Meeresniveau daran zu gewöhnen. Aber man muss auf jeden Fall dem Rechnung tragen, dass die Grenze zwischen den Ball sauber treffen und nicht so sauber treffen schmaler ist. Man muss genauer spielen.
Fühlt man sich anders, wenn die Luft so dünn ist?










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