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Als Fan in Südafrika: Ein Koblenzer berichtet

Wie ist es, als Fan in Südafrika unterwegs zu sein? Nerven die Vuvuzelas auch dort? Der Koblenzer Rolf Mayer ist im WM-Land und hat am Sonntag den 4:0-Sieg der Deutschen im Stadion von Durban gesehen. Via Telefon berichtet er von seinen Eindrücken – und von einer entspannten, fröhlichen WM-Atmosphäre am Kap.

Rolf Mayer im WM-Stadion von Durban.
Rolf Mayer im WM-Stadion von Durban. Der Koblenzer erlebt das Turnier in Südafrika als Fußballtourist.
privat

 

Deutsche Fans beim WM-Spiel in Durban.
Deutsche Fans beim WM-Spiel in Durban - der Koblenzer Rolf Mayer war ebenfalls im Stadion.
dpa

Von unserem Redakteur Tim Kosmetschke

Durban/Koblenz - Von wegen Winter in Südafrika! Rolf Mayer bekennt freimütig: „Ich war eben drei Meter draußen spazieren – und schon bin ich nass geschwitzt. Ich glaube, ich springe gleich erst mal in den Pool.“ Der Koblenzer hat sich in einem Hotel in Strandnähe einquartiert, wenige Kilometer außerhalb von Durban an Südafrikas Ostküste. Von hier aus erlebt er sein WM-Abenteuer rund ums Kap. Am Sonntag war das Spiel der Deutschen der erste Höhepunkt, vier weitere Spiele wird er noch in diversen Stadien verfolgen.
„Das war Wahnsinn“, kommentiert er das Erlebnis beim 4:0-Sieg der deutschen Nationalmannschaft. „Ich saß in der Mitte der Haupttribüne, quasi in Jogis Genick.“ Und natürlich kommt auch Mayer sofort aufs Fan-Thema Nummer eins zu sprechen: „Diese Vuvuzelas – die gehen einem ganz schön auf den Zeiger, wenn da drei Reihen hinter dir ein paar Jungs einfallslos reintröten.“ Längst seien es nicht mehr nur die Südafrikaner, die fürs Dauergedröhn sorgen: „Hier hat fast jeder eine, auch die Fans der anderen Teams.“ Immerhin, Mayer kann auch von positiven Vuvuzela-Erlebnissen berichten: „Vor dem Spiel waren wir mit ein paar Leuten in Durban beim Public Viewing. Und da war plötzlich so ein Junge, der konnte richtige Lieder mit der Vuvuzela spielen. Da war aber ruck-zuck Stimmung bei den Fans. Das macht dann schon Laune.“
Überhaupt, die Laune: Rolf Mayer, in Koblenz als Geschäftsführer des Kulturklubs Café Hahn tätig, ist begeistert von der entspannten WM-Stimmung in Südafrika. „Man trifft überall Fans, auch viele Deutsche. Man fällt schon fast negativ auf, wenn man nicht mit einem Trikot unterwegs ist. Übrigens tragen auch viele Südafrikaner Trikots der deutschen Mannschaft.“ Vor dem Spiel gegen Australien war ferner ein genaues Auge nötig: „Gelbe Hemden gab es zuhauf. Man wusste erst gar nicht, sind das Südafrikaner oder Australier.“ Friedlich und fröhlich sei die Stimmung am Turnierstandort Durban, der sich rühmt, der „heißeste Punkt der WM“ zu sein.
Das setzte sich dann am Abend auch im Stadion fort: In Rolf Mayers Tribünenblock saßen Australier, Deutsche und Südafrikaner fröhlich nebeneinander und verfolgten ein Spiel, das nicht nur Rolf Mayer begeisterte, sondern auch den anderen Respekt abtrotzte: „Die Australier neben uns wurden immer ruhiger.“ Und: Vuvuzela hin, Vuvuzela her – es sei Stimmung aufgekommen, nicht nur bei den vier deutschen Toren. „Man hat immer mal wieder Deutschland-Rufe gehört. Aber auch die Australier haben Stimmung gemacht, zumindest am Anfang.“
Die Organisation hat derweil prima geklappt,
Mayer ist voll des Lobes. Er und seine Begleiter nutzten einen Shuttle-Service in die Innenstadt, alles tadellos. „Ich habe mich auch jederzeit absolut sicher gefühlt“, erzählt der Koblenzer Fan. Überall Polizei, überall Security, überall Helfer – wer sich auf den offiziell markierten Wegen bewegte, konnte sich umsorgt fühlen. Zumal ein Hubschrauber mit Suchscheinwerfer die Straßen beleuchtete. „Nirgendwo Stress, nirgendwo Gedränge – das wäre rund um ein deutsches Stadion so gar nicht denkbar.“
Und noch etwas wäre hier kaum vorstellbar: „Im Stadion gab es keine Wurst. Man verpflegte sich mit Budweiser aus Plastikflaschen und Baguettes.“ Im Fandorf, immerhin, gab es Würstchen, berichtet Mayer lachend: „Käsewürstchen sogar.“

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