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DFB-Team: Machtkampf um Kapitänsamt zur Unzeit

Erasmia (dpa) - Für Joachim Löw kam die Diskussion zur Unzeit, für Oliver Bierhoff ist sie ein pures Ärgernis. Ausgerechnet kurz vor dem spannenden WM-Halbfinale gegen Spanien löste Philipp Lahm den Machtkampf um das Kapitänsamt in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft aus.

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Schließlich stand das DFB-Team in Südafrika bisher nur für Harmonie und positive Schlagzeilen. «Es ist schade, dass etwas zusammenkommt und zu Missinterpretationen führen kann», erklärte Teammanager Oliver Bierhoff kurz vor der Abreise des DFB-Teams in den Halbfinal-Spielort Durban. «Das Thema darf jetzt überhaupt keine Rolle spielen», forderte Bierhoff und rüffelte so Lahm für die von dem Münchner angeheizte Debatte um die Zukunft von Michael Ballack im DFB-Team. Der Status quo sei klar, verdeutlichte Bierhoff: «Philipp Lahm ist der WM-Kapitän und Michael Ballack ist der Kapitän.»

Der 33-jährige Ballack, der wegen einer schweren Bänderverletzung im rechten Fuß die Fußball-Weltmeisterschaft am Kap als Spieler verpasst, war am 5. Juli überraschend aus dem DFB-Quartier in Erasmia abgereist. Dort hatte er sich nach dem 4:0 gegen Argentinien zur weiteren Behandlung seiner Verletzung aufgehalten. Fast zeitgleich verkündete Lahm, den Bundestrainer Löw zum WM-Kapitän ernannt hatte, dass er auch nach dem Turnier weiter die Kapitänsbinde tragen wolle: «Warum soll ich dann das Kapitänsamt wieder freiwillig zur Verfügung stellen?» Laut Bierhoff habe Ballack bei seiner Abreise aus dem Hotel Grand Velmoré von Lahms Kampfansage nichts gewusst.

Bierhoff bemühte sich um Deeskalation, konnte den Ärger der sportlichen Leitung aber nicht verbergen. Zumal sich Löw & Co. auch noch mit Vorwürfen von Liga-Präsident Reinhard Rauball beschäftigen musste. Der Funktionär hatte mitten in die riesige deutsche Erfolgs- und Euphoriewelle hinein vor einer Verselbstständigung der Nationalmannschaft gewarnt hatte: «Es muss sichergestellt sein, dass Strukturen nicht dazu führen, dass wir drei statt zwei Verbände haben: den DFB, die Liga und die Nationalmannschaft.» Noch in der Nacht diskutierte Bierhoff mit Rauball, der mit im Quartier war.

Letztlich seien dies alles Themen zur falschen Zeit, machte Bierhoff deutlich. Während Löw und er selbst in Südafrika eisern ihren Kurs durchhalten, ihre persönliche Zukunft erst nach dem Turnier zu beleuchten, schürten andere Konflikte. Der durch viele Turnier-Teilnahmen als Spieler und Manager gestählte Ex-Kapitän weiß natürlich um die Brisanz des Machtkampfes zwischen Lahm und Ballack.

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