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  • Das juristische Gezerre geht weiter

    Berlin (dpa). Seit dem Urteilsspruch des Eislauf-Weltverbandes ISU am 3. Juli zur Zwei-Jahres-Sperre von Claudia Pechstein wegen erhöhter Blutwerte dauert die juristische Auseinandersetzung an.

    Der Internationale Sportgerichtshof CAS hatte die Sperre in seinem Urteil vom 25. November bestätigt. Dagegen gehen die Anwälte der Eisschnelllauf-Olympiasiegerin nun vor.

    Spätestens 30 Tage nach dem CAS-Richterspruch muss die Beschwerde vor dem Schweizer Bundesgericht vorliegen. Allerdings ist aufgrund der Weihnachtspause des Gerichts die Frist bis zum neuen Jahr verlängert. Das höchste staatliche Gericht ist zuständig, weil der CAS in Lausanne seinen Sitz auf Schweizer Territorium hat. Dort können aber nur noch schwere Verfahrensfehler bis hin zur Verletzung der Menschenrechte reklamiert werden.

    Ein Entscheid kann danach laut Schweizer Gesetzgebung nur angefochten werden: 1. wenn der Einzelschiedsrichter vorschriftswidrig ernannt oder das Schiedsgericht vorschriftswidrig zusammengesetzt wurde 2. wenn sich das Schiedsgericht zu Unrecht für zuständig oder unzuständig erklärt hat 3. wenn das Schiedsgericht über Streitpunkte entschieden hat, die ihm nicht unterbreitet wurden oder wenn es Rechtsbegehren unbeurteilt gelassen hat 4. wenn der Grundsatz der Gleichbehandlung der Parteien oder der Grundsatz des rechtlichen Gehörs verletzt wurde 5. wenn der Entscheid mit dem Ordre public unvereinbar ist.

    Auf den Eilantrag Pechsteins hatten die Schweizer Juristen innerhalb von nur 24 Stunden reagiert und ihr die Möglichkeit eingeräumt, ihre letzte Chance auf die Olympia- Qualifikation beim Weltcup in Salt Lake City zu ermöglichen. Zu weiteren Eilanträgen von Pechsteins Schweizer Anwälten Lucien Valloni und Thilo Pachmann werden derzeit vom Bundesgericht bis zum 17. Dezember Stellungnahmen vom CAS, vom Weltverband ISU und von der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) eingeholt. Darin geht es darum, dass Pechstein an weiteren Rennen wie der Europameisterschaft vom 6. bis 8. Januar 2010 in Hamar und an Trainingsmaßnahmen der deutschen Auswahl teilnehmen darf.

    Vom Urteil des Schweizer Bundesgerichts hängt nun die Zukunft der Athletin ab, die behauptet, nie gedopt zu haben. Für das Gericht gibt es drei Möglichkeiten: Es kann den Antrag Pechstein ablehnen, es kann das Urteil des Sportgerichtshofes wegen gravierender Verfahrensfehler aufheben oder den Fall erneut an den CAS zurück delegieren.

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