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    Wawrinka besiegt Titelverteidiger Djokovic

    Nach dem Scheitern von Rafael Nadal und Andy Murray schien der Weg frei zur erfolgreichen Titelverteidigung von Novak Djokovic. Doch der Boris-Becker-Schützling verliert im Finale gegen Stan Wawrinka.

    Stan Wawrinka
    Stan Wawrinka mit der US-Open-Trophäe.
    Foto: John G. Mabanglo - dpa

    New York (dpa). Der Weltranglisten-Erste Novak Djokovic hat die erfolgreiche Titelverteidigung bei den US Open verpasst. Der von Boris Becker trainierte Tennisprofi aus Serbien musste sich im Endspiel von New York dem starken Schweizer Stan Wawrinka mit 7:6 (7:1), 4:6, 5:7, 3:6 geschlagen geben.

    Nach fast vier höchst unterhaltsamen und zwischenzeitlich hochklassigen Stunden auf dem Center Court nutzte der Ranglisten-Dritte aus Lausanne seinen zweiten Matchball. Wawrinka feierte damit seinen dritten Titel bei einem der vier wichtigsten Turniere, nachdem er zuvor schon die Australian Open 2014 und die French Open 2015 gewonnen hatte.

    Im Alter von 31 Jahren und fünf Monaten kürte er sich zum ältesten US-Open-Champion seit Ken Rosewall vor 46 Jahren und kam im 24. Duell mit Djokovic zum fünften Sieg.

    Vor den Augen der Hollywood-Stars Leonardo di Caprio, Kevin Spacey und Michael J. Fox wirkte Djokovic im vierten Satz angeschlagen und nicht im Vollbesitz seiner Kräfte. Beim Stand von 1:3 nahm sich der zweimalige US-Open-Sieger und zwölfmalige Grand-Slam-Champion eine medizinische Auszeit und ließ sich wegen Blasen an beiden großen Zehen behandeln. «Stan, sorry, ich konnte nicht mehr stehen», sagte Djokovic während der Pause, die zu diesem Zeitpunkt vor dem Aufschlag des Gegners eigentlich nur bei medizinischen Notfällen erlaubt ist.

    Dabei hatte Wawrinka den deutlich anstrengenderen Weg ins Endspiel und stand mit 17 Stunden und 54 Minuten fast doppelt so lange auf dem Platz wie Djokovic (8 Stunden und 58 Minuten). Der 29-Jährige Weltranglistenerste war als erster Spieler in der Geschichte des Profitennis bei einem Grand Slam nach drei Absagen oder Aufgaben ins Halbfinale eingezogen.

    Dort erwischte Djokovic zwar den besseren Start und entschied den ersten Satz im Tiebreak für sich. Doch der mental überzeugende Wawrinka konterte und nutzte die Schwächen seines Gegenübers gnadenlos aus. Immer wieder tippte sich Wawrinka mit dem Zeigefinger an die Stirn und signalisierte: Hey, seht her, ich bin vom Kopf her stark.

    Die Sätze zwei und drei gewann Wawrinka. Im vierten Durchgang ärgerte er sich zwar deutlich vernehmbar über die Auszeit Djokovics, wehrte dann aber nervenstark zwei Breakbälle ab, erhöhte auf 4:1 und ließ sich diesen Vorsprung nicht mehr nehmen.

    Für Djokovic endet das Jahr nach einem grandiosen Start mit einer weiteren Enttäuschung. Nach den Titeln bei den Australian Open und French Open war schon vom Golden Slam mit Siegen in Wimbledon, den US Open und bei Olympia die Rede. Doch beim Rasenklassiker in Wimbledon schied er in der dritten Runde aus, bei Olympia in Rio de Janeiro war schon nach dem Auftaktmatch gegen Juan Martin del Potro Schluss.

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