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    PérigueuxSieg für Martin im Zeitfahren - Nibali baut Führung aus

    Tony Martin musste mit der Bestzeit nach dem Zeitfahren fast zwei Stunden ausharren. Nach der quälenden Warterei konnte er sich über seinen zweiten Etappensieg in diesem Jahr und über die Einstellung des deutschen Rekordes mit sechs Tagessiegen bei einer Tour de France freuen.

    Schnellster
    Weltmeister Tony Martin war beim Zeitfahren wieder nicht zu schlagen.
    Foto: Nicolas Bouvy - DPA

    «Ich war ein wenig überrascht. Ich hatte erwartet, nach drei Wochen müder zu sein. Aber ich hatte ein gutes Gefühl. Dieser Sieg gibt mir eine große Motivation für die WM im September», sagte der dreifache Zeitfahr-Weltmeister nach seiner Triumphfahrt in 1:06:21 Stunden im Ziel der vorletzten Etappe in Périgueux. 

    Erschöpft
    Die Anstrengung auf den letzten Metern ist Martin anzusehen, im Zeitfahren ist er dennoch kaum zu schlagen.
    Foto: Nicolas Bouvy - DPA

    Der designierte Toursieger Vincenzo Nibali hatte Martin als letzter Fahrer im Ziel des 54 Kilometer langen Zeitfahrens vom Warten erlöst. Der Sizilianer begnügte sich mit Rang vier und verlor auf Martin 1:58 Minuten. Trotzdem baute er seinen ohnehin uneinholbaren Vorsprung aus. Vor den letzten 137,5 Kilometern bis zum Zielstrich auf den Pariser Champs Élysées trennen ihn 7:52 Minuten vom Franzosen Jean-Christophe Peraud und 8:24 Minuten von dessen Landsmann Thibaut Pinot.

    Unterwegs
    Das Zeitfahren ging über 54 Kilometer von Bergerac nach Perigueux.
    Foto: Kim Ludbrook - DPA

    «Das war heute nicht gerade genial, aber es war okay, es war ein schweres Zeitfahren», sagte der vierfache Etappensieger Nibali, der als erster Italiener seit Marco Pantani 1998 die Tour gewinnen wird. Traditionsgemäß gibt es auf der letzten Etappe keine Angriffe auf das Gelbe Trikot mehr. Der 29 Jahre alte Italiener aus der umstrittenen Astana-Mannschaft kassierte auch ein Lob von Martin: «Wie er hier gefahren ist: Er verdient den Toursieg hundertprozentig», sagte der Sieger von Périgueux.

    Gelb
    Vincenzo Nibali behauptete mit seinem vierten Platz das Gelbe Trikot, was ihm auf der Schlussetappe am Sonntag nicht mehr zu nehmen ist.
    Foto: Kim Ludbrook - DPA

    Martins vierter Etappensieg seiner Karriere war fast ein Selbstläufer. Nach 14 Kilometern hatte er bereits den zwei Minuten vor ihm gestarteten Rudy Molard aus Frankreich überholt. Danach waren der Rostocker Paul Voss, Joaquin Rodriguez (Spanien) und der Franzose Mikael Chérel fällig. Ohne Irritationen setzte der im WM-Trikot gestartete Pharma-Quickstep-Fahrer seine Triumphfahrt gleichmäßig wie ein Uhrwerk bis ins Ziel fort. «Man kann es nicht besser machen», lobte ihn sein Technischer Direktor Rolf Aldag. Martin blieb mit 1:39 Minuten Vorsprung vor dem Niederländer Tom Dumoulin und 1:47 auf den Tschechen Jan Barta aus dem deutschen NetApp-Team unantastbar.

    Abschied
    Auch der mit 43 Jahren älteste Fahrer Jens Voigt quälte sich nochmal in seinem letzten Tour-Zeitfahren. 
    Foto: Nicolas Bouvy - DPA

    Die Tour-Entdeckung, Bartas Teamkollege Leopold König, verbesserte sich durch ein starkes Zeitfahren im Gesamtklassement. Der 26 Jahre alte Tscheche kletterte bei seinem Debüt noch auf Rang sieben und hatte in Périgueux nur 2:02 Minuten Rückstand auf Martin verloren. «Das ist ein großer Tag für uns, wir können sehr zufrieden sein», zog NetApp-Chef Ralph Denk bereits ein Tour-Fazit.

    Nach seinem Erfolg in Mulhouse mit einem fulminanten Solo hatte Martin zum ersten Mal zwei Tageserfolge in einer Tour-Ausgabe gefeiert. In dieser Beziehung erfolgreicher war aus deutscher Sicht bisher nur Marcel Kittel mit drei Erfolgen. Außerdem punktete André Greipel einmal. Den beiden Sprintern wird auch am Sonntagabend auf der Pariser Prachtstraße einiges zugetraut. Zuvor hatten deutsche Fahrer 1977 und 2013 sechs Siege in einem Tourjahr errungen. 

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