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    MelbourneSchafscherer Vettel will Rivalen rasieren

    Als Schafscherer spielte Sebastian Vettel den braven Farm-Azubi, beim Formel-1-Start will der Weltmeister seine Rivalen richtig rasieren.

    «Ganz so schüchtern werde ich da nicht zu Werke gehen», warnte der Red-Bull-Star nach der ungewöhnlichen Übungseinheit als Schaffriseur auf einem Landgut nahe Melbourne. Vier Tage vor dem Auftaktrennen in Australien bekräftigte der Champion seinen dauerhaften Anspruch auf die Nummer 1. «Jetzt habe ich sie und jetzt will ich sie auch nicht mehr hergeben. Das ist das Ziel für dieses Jahr», sagte Vettel.

    Zuvor hatte sich der bodenständige Hesse einen Wunsch erfüllt und unter fachkundiger Anleitung von zwei Farmarbeitern ein Schaf von seiner Wolle befreit. «Ich mag Tiere und das Ländliche», bekannte der 23-Jährige aus Heppenheim.

    Im streng riechenden Stall der Warrook Farm hantierte Vettel vorsichtig mit dem Rasierapparat und hielt das erstaunlich geduldige Tier mit festem Griff. Zur Belohnung für den Arbeitseinsatz durfte Vettel dann noch mit Hilfe von Hütehund Jack die Schafherde über die Weide treiben. «Das hat Spaß gemacht», beteuerte Vettel.

    Spaß will der Titelverteidiger aber vor allem wieder auf der Strecke haben. «Wir sind gut vorbereitet und sollten vorn dabei sein», befand der Red-Bull-Pilot. Die Mehrheit der Teamchefs sieht Vettel wieder als Topfavorit, aber der Deutsche bremst. «Keiner weiß so richtig bis jetzt, wo man steht», erklärte Vettel. Ferrari mit Vize-Weltmeister Fernando Alonso sei «sehr, sehr stark», auch Michael Schumachers Mercedes-Rennstall zählt er zu seinen Herausfordern.

    Formel-1-Boss Bernie Ecclestone machte eine ähnliche Rechnung auf. «Im Moment muss man sagen, die Jungs von Red Bull oder Alonso werden Weltmeister», meinte der Brite vor Beginn der WM-Saison. Insgesamt 19 Rennen werden ausgetragen, wenn nicht doch noch der abgesagte Große Preis von Bahrain nachgeholt wird. Fällt die Entscheidung wie im Vorjahr wieder im Finale, würde der neue Weltmeister erst am 1. Advent feststehen.

    Ferrari-Star Alonso will in jedem Fall ein ähnliches Fiasko wie zuletzt verhindern, als er im Schlussrennen den schon sicher geglaubten Titel noch an Vettel verlor. «2011 will ich die Revanche für letztes Jahr. Der WM-Pokal gehört am Ende dieses Jahres mir und so wird es 2012, 2013 und all die anderen Jahre sein», tönte der Spanier pünktlich zum Auftakt. «Das Ziel ist so klar, dass ich es nicht wiederholen muss», sagte auch Teamchef Stefano Domenicali.

    Zurück an die Spitze will auch Rekordweltmeister Schumacher. Zuversicht verlieh Mercedes der klare Formanstieg bei den letzten Testfahrten, die sogar ein deutsches Titelduell zwischen Thronerbe Vettel und seinem Vorbild möglich erscheinen lassen. «Ich bin überzeugt, dass wir um Podiumsplätze kämpfen können. Gleichzeitig habe ich die Hoffnung, dass wir in einigen Rennen ein Wort um den Sieg mitreden können», sagte Schumacher.

    In seinem ernüchternden Comeback-Jahr 2010 hatte ihm auch Teamkollege Nico Rosberg die Show gestohlen. Der Wiesbadener will in diesem Jahr endlich seinen ersten Grand-Prix-Sieg einfahren. Die Chance dazu hat unverhofft auch Nick Heidfeld noch einmal bekommen. Der Mönchengladbacher sprang als Ersatzmann für den verunglückten Robert Kubica ein und zählt im Lotus-Renault zum Kreis der Geheimfavoriten.

    Komplettiert wird die deutsche Fraktion erneut von Adrian Sutil im Force India und Timo Glock, der für Marussia-Virgin fährt. Nico Hülkenberg muss sich als Force-India-Reservepilot vorerst mit Einsätzen im Freitagstraining begnügen.

    Für zusätzliche Spannung in dieser Saison dürften die neuen Reifen und die veränderten Regeln sorgen. Die Pirelli-Pneus sind längst nicht so haltbar wie die von Vorgänger Bridgestone, reihenweise Boxenstopps sind vorprogrammiert. Der 82-PS-Zusatzschub des Energie-Rückgewinnungssystems KERS und der verstellbare Heckflügel sollen mehr Überholmanöver bringen. Die Bühne ist bereitet.

    Sebastian Vettel – Vom Weltmeister zum Schafhirten
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