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    HamburgBruchhagen als Retter und Sanierer zum HSV

    Machtwechsel beim HSV: Zauderer Dietmar Beiersdorfer geht, Macher Heribert Bruchhagen kommt. Der Neue muss schon zu Beginn ordentlich Tempo aufnehmen. Ein Sportchef muss her. Wie lange hält der Friede mit Mäzen Kühne?

    Heribert Bruchhagen
    Heribert Bruchhagen ist der neue Vorstandsvorsitzende beim HSV.
    Foto: Fredrik von Erichsen - dpa

    Geht es nach dem Alter, passen Bundesliga-Dino Hamburger SV und Bruchhagen gut zusammen. Das noch nie abgestiegene Gründungsmitglied der Fußball-Bundesliga hat die meisten Spieljahre in der deutschen Eliteliga auf dem Buckel, Bruchhagen ist mit 68 Jahren im Ruhestandsalter und könnte das Nichtstun genießen. Doch Alter schützt vor Fachkenntnis und Arbeitshunger nicht. Der bestens vernetzte Fußball-Manager will den seit Jahren durch die Bundesliga irrenden HSV den geradlinigen Weg zum Ziel zeigen.

    Eine Rückkehr ins Fußball-Geschäft hatte Bruchhagen ursprünglich nicht vorgesehen. „Aber wenn der HSV anfragt, dann stellt sich für jeden, der im Bundesliga-Management tätig war, die Frage einer Zu- oder Absage gar nicht. Da ist eine Zusage Pflicht“, begründete der frühere Vorsitzende des Bundesliga-Rivalen Eintracht Frankfurt sein Comeback. Bruchhagen ist ein Alphatier, das ohne Einschränkungen herrschen will. Er soll den HSV vor dem drohenden Abstieg retten sowie Ruhe und Seriosität in das Tollhaus HSV bringen.

    Die Rochade vom scheidenden Beiersdorfer, dem laut HSV-Aufsichstrat „Erfolg und Stabilität im sportlichen Kerngeschäft“ der Fußball-AG fehlten, zu einem Besser-Macher verwundert nicht. Seit Wochen hatte Zauderer Beiersdorfer massive Kritik an seiner Arbeit einstecken müssen. Der sechsköpfige Rat soll ihm den einstimmigen Abschied am vergangenen Dienstag offenbart haben. „Über die Vergangenheit zu sprechen, hat man nicht das Recht“, sagte Bruchhagen im Sky-Interview.

    Der Hals-über-Kopf-Wechsel war jedoch nicht gewollt. Denn ursprünglich sollte der Tausch nach dem letzten Spiel vor der Winterpause verkündet werden. Alles, was Unruhe in die Mannschaft bringen und den gegenwärtigen zarten Aufwärtstrend mit acht Punkten aus vier Spielen topedieren könnte, sollte vermieden werden. Doch eine Indiskretion und die Plaudereien von Ex-Manager Reiner Calmund im TV-Sender Sky warfen den Plan über den Haufen. So beerbt Bruchhagen, der von 1992 bis 1995 schon einmal HSV-Manager war, seinen Vorgänger schon am Mittwoch und nicht erst zu Beginn des neuen Jahres.

    Die erste Aufgabe des neuen Vorstandsvorsitzenden ist die Installation eines Sportchefs. Beiersdorfer wollte vorerst keinen, weil keiner der verfügbaren Manager derzeit kompatibel mit der HSV-Ausrichtung sei. Bruchhagen muss das Problem schnell lösen, denn im Januar öffnet das Transferfenster. An Verstärkungen arbeitete Beiersdorfer seit Wochen. In seiner Amtszeit hatte er knapp 90 Millionen Euro für 30 Zugänge ausgegeben. Jetzt soll er eine geordnete Übergabe mit den eingefädelten Transfers vornehmen.

    Die Umwälzungen kosten den HSV natürlich Geld. Beiersdorfers Vertrag sollte bis Sommer 2018 laufen. Eine Millionen-Abfindung wird somit fällig. Der Verein muss immer noch die von Beiersdorfer in den Vorjahren geschassten zwei Manager und drei Trainer entschädigen. Zudem: Das stattliche Salär, das Beiersdorfer bislang kassierte, soll auch Bruchhagen für seine HSV-Zeit bis 2019 erhalten. Weil der Verein mit 75 Millionen Euro Verbindlichkeiten belastet ist, wird vermutlich der in der Schweiz und auf Mallorca lebende Gesellschafter Klaus-Michael Kühne wieder mal angepumpt werden müssen.

    Überhaupt ist das HSV-Modell mit dem einflussreichen Milliardär als Drahtzieher im Hintergrund und Gegenüber Bruchhagen eine an Spannung kaum zu überbietende Konstellation. Der Vorstandschef handelte stets nach der Regel: Du kannst nur das ausgeben, was du einnimmst. So will er auch den HSV sanieren. Die Kühne-Konstruktion war ihm bislang zuwider. Von strategischen Partnern hielt er in den 13 Jahren als Vorstandschef bei Eintracht Frankfurt nichts.

    „Ganz sicher wird er sich aus Mallorca nicht reinreden lassen. Er wird sich von niemandem reinreden lassen. Unsere Erfahrung ist, dass er Aufsichtsräte und Investoren jedweder Art gern auf größtmögliche Distanz hält“, berichtete sein früherer Eintracht-Vorstandskollege Axel Hellmann. Ruhe wird es beim HSV vermutlich so schnell nicht geben.

    HSV-Erklärung

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