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    RZ-Einwurf: Rote Karte nach Torjubel - Schnell weg mit dieser Regel!

    Alessandro Fogolin zum Torjubel, der eine rote Karte einbrachte: Wie darf oder soll ein Fußballer feiern, wenn er das Siegtor erzielt – vor 49 000 Zuschauern in der zweiten Minute der Nachspielzeit per sensationellem Fallrückzieher? Am sichersten ist es, bis zum Abend zu warten. Und sich dann zu Hause bei Tee und Gebäck mit Frau, Kind und Hund gemeinsam zu freuen.

    Wie darf oder soll ein Fußballer feiern, wenn er das Siegtor erzielt – vor 49 000 Zuschauern in der zweiten Minute der Nachspielzeit per sensationellem Fallrückzieher? Am sichersten ist es, bis zum Abend zu warten. Und sich dann zu Hause bei Tee und Gebäck mit Frau, Kind und Hund gemeinsam zu freuen.

     

    Szabolcz Huszti, Profi bei Hannover 96, wollte so lange nicht warten, hat aber vielleicht auch keinen Hund. Also riss sich der Ungar nach dem 3:2 gegen Werder das Trikot vom Leib, kletterte auf den Zaun in der Fankurve – und sah auf dem Rückweg von Schiri Deniz Aytekin Gelb fürs Ausziehen und noch mal Gelb fürs Klettern. Regelkonform, wie der Unparteiische betonte. Und vollkommen daneben, wie jeder weiß.

     

    Aytekins Auftritt markiert den Tiefpunkt des Umgangs mit einer Regel, die nicht nur höchst ärgerlich ist, sondern tatsächlich auch pervers. Weil sie einen Spieler für einen Torjubel häufig mit gleicher Härte bestraft wie einen, der seinem Gegner im Kopfballduell das Nasenbein zertrümmert oder per Grätsche das Knie zerlegt – womöglich mit Karriere verändernden Folgen. Torschützen mit freiem Oberkörper dagegen tun erfahrungsgemäß niemandem weh.

     

    Wenn sich Aytekin nun auch als Opfer dieser unsäglichen Regel wähnt und glaubt, er habe nur seine Pflicht getan, dann liegt er falsch. Huszti für das Feiern eines Treffers doppelt zu bestrafen, lässt jedes Gefühl für Situationen vermissen, das von Schiedsrichtern dutzendfach pro Spiel verlangt wird. Sich hinter Paragrafen zu verstecken, ist wenig hilfreich – auch für das Bild der Schiris in der Öffentlichkeit.

     

    Trotz allem gehört diese Regel natürlich schleunigst abgeschafft – und da sollte der mächtige DFB mal aktiv werden bei der Fifa. Sonst werden die Gralshüter des Fußballs vielleicht nie begreifen, was ihrem Sport hilft und was ihm schadet.

     

    Mail an den Autor: alessandro.fogolin@rhein-zeitung.net

     

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