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    KoblenzRegel-Diskussion: Löst die Grüne Karte alle Torjubel-Probleme?

    Mancher wird sich noch erinnern an eigentlich fast vergessene Zeiten, in denen er in den Niederungen des Amateurfußballs regelmäßig Bekanntschaft machte mit der Zeitstrafe.

    Dann ging's runter vom staubigen Aschenplatz, häufig begleitet vom Ratschlag des Schiris: „Jetzt beruhigen Sie sich erst mal wieder.“ Zehn Minuten später hatte man sich dann zwar nicht beruhigt, durfte aber wenigstens wieder mitverlieren.

     

    In der ganzen Aufgeregtheit um die Gelb-Rote Karte für den Hannoveraner Szabolcz Huszti, der sich nach seinem Tor zum 3:2 gegen Werder Bremen erst das Trikot vom Oberkörper riss, dann auf den Zaun in der Fankurve kletterte und für die Kombination beider Vergehen vom Platz flog, erlebt die Zeitstrafe nun ideell eine Wiedergeburt. Martin Kind fordert die Einführung einer Grünen Karte – „für leichtere Vergehen“, wie Hannovers Präsident erläutert. Was die Farbe der Karte angeht, ist das jetzt keine Revolution. Sie existiert zum Beispiel schon länger im Hockeysport – und seit August 2011 bedeutet sie für betroffene Spieler einen zweiminütigen Platzverweis. Ist das also die Lösung aller Torjubel-Probleme?

     

    Die Situation ist verfahren, die beiden Lager sind in der Angelegenheit grundsätzlich weit auseinander, wie auch die Reaktionen unserer Leser auf die Berichterstattung über den „Fall Huszti“ zeigten. Die einen fordern mehr Sachlichkeit der Profis bei der Ausübung ihres Jobs – und halten die Bestrafung für mehr als gerechtfertigt. Die anderen wollen, auch zu Recht, nicht verstehen, dass harmloser Torjubel die gleiche Strafe nach sich zieht wie Fouls mit Verletzungsfolgen oder gar Verletzungsabsicht. Insofern könnte beiden geholfen sein mit einer Grünen Karte – nach dem Motto: Strafe ja, aber angemessen.

     

    Selbst die Profis sind gespalten. „Wenn es hilft, solche Platzverweise wie den von Huszti zu verhindern, bin ich für die Grüne Karte“, sagt Gladbach-Stürmer Mike Hanke in der „Bild“. „Die Spieler wissen Bescheid. Ich weiß, dass ich eine Gelbe Karte kriege, wenn ich mein Trikot ausziehe“, sagt dagegen Bayern-Abwehrspieler Philipp Lahm, der selten Anlass hat, sein Trikot auszuziehen.

     

    Und jetzt? Nichts wird wohl passieren in dieser Sache. Wer die Grüne Karte will, muss an der Fifa vorbei – und die bestimmt, häufig mit übersichtlichem Geschick, die Regeln. Weltweit.

    Von unserem Redakteur Alessandro Fogolin

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