40.000
  • Startseite
  • » Sport
  • » Sport mit Meinung
  • » Nach dem Abpfiff: Eine Klausel und ihre Tücken
  • Aus unserem Archiv

    Nach dem Abpfiff: Eine Klausel und ihre Tücken

    Dieses Thema wird uns wohl noch eine ganze Weile beschäftigen. Zu groß ist der Aufruhr, den der Wechsel von Mario Götze zum FC Bayern verursacht hat. Eine Personalie, die etliche Klischees in sich vereint, die der Profifußball anno 2013 mit sich bringt.

    Sven Sabock blickt auf den Spieltag zurück
    Sven Sabock blickt auf den Spieltag zurück

    Da ist a) der FC Bayern, der mit aller Macht seine Vorherrschaft zurückerobern und den Emporkömmling aus Dortmund in seine Schranken weisen will.

    Jungstar im Blickpunkt: Die Umstände des Götze-Wechsels nach München sorgen in Dortmund weiterhin für Verdruss.
    Jungstar im Blickpunkt: Die Umstände des Götze-Wechsels nach München sorgen in Dortmund weiterhin für Verdruss.
    Foto: dpa

    Da ist b) der Spieler, der sich nicht groß um die Identifikation mit seinem Klub schert und schlicht dem Lockruf des Geldes folgt (obwohl Götze in Dortmund sicher auch zweimal am Tag warm essen könnte).

    Da sind c) dessen Berater, die im Hintergrund als Strippenzieher zu einem immer größeren Machtfaktor im Profifußball werden.

    Und da sind d) die Stilfragen im Umgang aller Beteiligten, die sich aber nur selten mit den Punkten a, b und c in Einklang bringen lassen und deshalb vernachlässigt werden können. Vielleicht ist der Schock in Dortmund auch deshalb so groß, weil der Glaube an den Spaßfußball der Marke Jürgen Klopp nachhaltig erschüttert ist.

    Dass da ein paar Jungs einfach nur spielen wollen und ganz nebenbei ein paar Titel und Trophäen abräumen. Nicht erst seit dem Abgang des stets lächelnden, aber ebenso kalkulierenden Shinji Kagawa im Vorjahr zu Manchester United und dem Poker um Robert Lewandowski – der maßgeblich von dessen Agenten geschürt wird – ist klar geworden, dass auch der BVB keine Oase der Fußball-Romantiker ist.

    Das wissen auch die Verantwortlichen bei den Westfalen, deren Lamento rational nicht begründet ist und wohl nur als Frustbewältigung gedeutet werden kann. Denn letztlich hat sich Götze nur einen Passus zunutze gemacht, den Spieler gern in ihre Verträge einfügen lassen – die sogenannte Ausstiegsklausel. Für eine Ablösesumme x kann der Spieler also zu einem Zeitpunkt y den Klub wechseln, was im Falle Götze bei einer Summe von 37 Millionen Euro in der Branche nicht einmal utopisch ist.

    Wenn die Bayern schon 40 Millionen für einen Mittelfeldabräumer wie Javier Martinez ausgeben, ist der vermeintlich beste deutsche Spieler der Zukunft fast schon als Schnäppchen zu sehen. So gesehen kann der Deal intern nicht wirklich überraschen, allenfalls der Zeitpunkt der Veröffentlichung ist diskutabel.

    Bleibt die Frage, ob die Klausel im Fall Götze ein Akt der Naivität des Klubs oder einer der Erpressung seitens der Berater ist? Die verdienen vor allem dann reichlich, wenn ihr Mandant den Arbeitgeber wechselt – bei dem der Spieler fortan besser entlohnt wird. Andersherum: Dank dieser Klauseln hat ein Klub die Chance, einen ambitionierten Akteur zumindest auf Zeit an sich zu binden.

    Siehe der SC Freiburg, der auf diese Weise begehrte Profis wie Daniel Caligiuri oder Johannes Flum halten konnte – sich nun aber mit vergleichsweise bescheidenen Transfersummen begnügen muss. Der BVB jedenfalls hat aus den jüngsten Vorgängen um Mario Götze seine Lehren gezogen und will laut Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke künftig keine Ausstiegsklauseln mehr gewähren.

    Oder, so möchte man dem Klubchef zurufen: Macht's doch einfach so clever wie Real Madrid. Dort kann Mesut Özil angeblich nur bei einem astronomischen Betrag von 250 Millionen Euro aus seinem Vertrag herausgekauft werden. Das dürfte wohl selbst den Bayern ein bisschen zu viel sein. Sicher scheint in diesen verrückten Tagen aber selbst das nicht.

    Sport mit Meinung
    Meistgelesene Artikel
    Sport-Lokalteile
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Anzeige
    Fußball Männer
    Fußball Frauen
    Neuzugang Yuko Aizawa (links; rechts kommt Mitspielerin Angelika Weber einen Schritt zu spät) steuerte zwei Treffer für den SC 13 zum 4:0-Sieg gegen den MSV Duisburg II bei. Foto: Vollrath

    im Rheinland

    - Westerwald

    - Mittelrhein/Mosel

    - Rhein-Lahn

    im Südwesten

     späten Heiligabend? In welcher Kneipe feiert es sich nach der Bescherung besonders gut?Wohin am späten Heiligabend? In welcher Kneipe feiert es sich nach der Bescherung besonders gut?

    Fußball Mix
    Kapitän Tim Schulz (links) bemühte sich mit seinen Betzdorfer Mitspielern zwar, doch auch gegen Elversberg reichte es am Ende nicht.

    Jugendfußball

    - im Rheinland

    - im Südwesten

    Fußballpokale

    Hallenfußball

     späten Heiligabend? In welcher Kneipe feiert es sich nach der Bescherung besonders gut?Wohin am späten Heiligabend? In welcher Kneipe feiert es sich nach der Bescherung besonders gut?

    Regionalsport Mix