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    Hochbegabte geben Rätsel auf

    Was ist nur in Leverkusen los? Trotz einer Ansammlung an Top-Fußballern kommt Bayer nicht übers Mittelmaß hinaus.

    Sven Sabock kommentiert.
    Sven Sabock kommentiert.

    Sven Sabock blickt auf den Spieltag zurück

    Die Diskussion ist hypothetisch – und gefährlich. Mit Hakan Calhanoglu, so lässt sich bei Bayer Leverkusen heraushören, wäre es in Hamburg ganz anders gelaufen. Natürlich, Calhanoglu ist zweifellos einer jener Spieler, die den Unterschied ausmachen können, gerade in zähen Partien. Der Mittelfeld-Mann hat an guten Tagen eine außergewöhnliche Inspiration, ein feines Füßchen, seine präzisen Freistöße zählen zu den besten der Liga. Insofern ist das Wehklagen beim Werksklub angesichts der drastischen Fifa-Sperre wegen eines Transfervergehens ein Stück weit nachvollziehbar – zumal Leverkusen als unbeteiligter Dritter für ein Vergehen anderer bestraft wird.

    Aber: Er ist eben auch nur einer von elf Akteuren, weshalb die Analyse nach dem 0:1 in die falsche Richtung lief. Denn die Ursachen für den leblosen Auftritt bei den Hanseaten liegen offenbar tiefer. Ein schlechter Platz, ein limitierter Gegner, der allenfalls Fußball kämpft statt spielt – all das dient letztlich nur als Alibi. „Die Sperre von Hakan nimmt uns alle sehr mit“, sagte zum Beispiel Kevin Kampl, der unter seinem Trikot eines von Calhanoglu trug, um bei einem Torerfolg dem Kollegen zu huldigen. Löblich, aber auch albern, zumal die Leverkusener in 90 Minuten lediglich einen Lattentreffer durch Stefan Kießling zustande brachten.

    Nein, die ideenlose Vorstellung in Hamburg ist vielmehr die Fortsetzung vieler Rätsel, die Bayer in dieser Saison aufgibt. Auch mit Calhanoglu. Denn der Deutsch-Türke ist nur einer von vielen Hochbegabten, die ihre besonderen Qualitäten nur sporadisch auf den Rasen bringen. Ob Nationalspieler Kevin Volland, der nach seinem Wechsel aus Hoffenheim noch kein Faktor bei Bayer geworden ist, der flinke Julian Brandt, der kantige Jonathan Tah oder der aufstrebende Benjamin Henrichs – um nur einige Beispiele zu nennen. Angetreten, um in dieser Saison die Lücke zu Borussia Dortmund zu schließen und einmal mehr die Champions League zu erreichen, ist der Tabellenneunte gerade dabei, das internationale Geschäft komplett zu verspielen.

    Ein Grund dafür liegt wohl auch in der Tatsache, dass der Zauber von Trainer Roger Schmidt mehr und mehr verfliegt. Das geordnete Chaos, das die Bayer-Elf an guten Tagen zu verbreiten vermag, ist zur Ausnahme geworden. Das Jagen des Gegners, bis er den Ball hergibt, um dann in Sekundenschnelle zum Abschluss zu kommen, ist inzwischen andernorts zu bestaunen – und in Leverkusen wird gegrübelt, warum kein Fortkommen festzustellen ist.

    Der Verdacht liegt nahe, dass die vielen Lobeshymnen allen Beteiligten in Leverkusen nicht gut tun. Es hat rund um das Bayer-Kreuz schon Tradition, dass den Profis ein Hang zur Bequemlichkeit nachgesagt wird – was sich denn auch in der Wankelmütigkeit bei den Leistungen niederschlägt. Das 2:3 in der Vorwoche gegen Mönchengladbach diente quasi als Blaupause. Und auch die Hoffnung, dass die Mannschaft nach dem Fehlen von Calhanoglu eine Trotzreaktion entwickelt und die Kraft des Kollektivs zum Tragen kommt, hat sich dieser Tage jedenfalls nicht erfüllt.

    Die lapidare Erklärung von Angreifer Kießling, wonach derlei Schwankungen einfach nicht zu erklären sind, hilft als Lösungsansatz kaum weiter. Vielmehr ist Trainer Schmidt gefordert, um dem Team den Weg aus dem ungeliebten Mittelmaß zu weisen. Auch ohne Hakan Calhanoglu.

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