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    AltendiezDie nächste Klage: Ex-DFB-Präsident Zwanziger wehrt sich gegen Ermittlungen im Zusammenhang mit der WM-Affäre

    Die Aufarbeitung der Affäre um die Fußball-WM 2006 mit ominösen Zahlungen und deren Adressaten fördert regelmäßig neue Namen zutage, aber keine neuen Erkenntnisse. Stets mittendrin im juristischen Getümmel: Theo Zwanziger.

    Theo Zwanziger kann noch lachen, so manch gerichtlicher Auseinandersetzung zum Trotz. Foto: dpa
    Theo Zwanziger kann noch lachen, so manch gerichtlicher Auseinandersetzung zum Trotz.
    Foto: dpa

    Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt seit mehr als einem Jahr wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung in einem besonders schweren Fall unter anderem gegen den früheren DFB-Präsidenten. Auch die Schweizer Bundesanwaltschaft ermittelt eifrig, neuerdings auch gegen Ex-Fifa-Generalsekretär Urs Linsi. Wegen des Verdachts des Betrugs, der Geldwäsche und Veruntreuung laufen Untersuchungen - auch gegen Zwanziger.

    Der Ex-DFB-Chef aber wehrt sich. Der Jurist aus Altendiez verklagte das Land Hessen im September wegen "Amtspflichtverletzung" auf Schadensersatz. Die Schweizer Ermittler verklagte er zuerst in der Schweiz, weil sie ihn mit ihren Ermittlungen "in seiner Ehre und seinen Rechten verletzen". Aber auch die Staatsanwaltschaft Koblenz bekam in dieser Woche Post von Zwanzigers Anwalt Hans-Jörg Metz. Was es damit auf sich hat, dazu äußert sich der Zwanziger-Anwalt im Interview mit unserer Zeitung.

    Herr Metz, es ist ein juristisches Dauergefecht. Ihrer Meinung nach ungerechtfertigte Ermittlungen gegen Ihren Mandanten beantworten Sie mit Strafanzeigen. Oft stellen Sie Dinge richtig. Zuletzt haben Sie sich gegen die Behauptung gewehrt, im Zuge der WM-Affäre sei eine Steuererklärung für 2005 vom damaligen Organisationskomitee abgegeben worden. Warum?

    Weil die Behauptung aus zweierlei Gründen falsch ist. Zum einen handelt es sich um die Steuererklärung des DFB. Für die Abgabe einer Steuererklärung gibt es klare Zuständigkeiten in der Satzung. Darauf haben wir die Staatsanwaltschaft Frankfurt schon vor einem Jahr hingewiesen. Zuständig sind nur der Schatzmeister und der Generalsekretär. Es gab also nie eine Steuererklärung, die durch das WM-OK und damit durch den damaligen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger abgegeben wurde.

    Und Punkt zwei?

    Wenn behauptet wird, in dieser Erklärung sei etwas falsch deklariert worden, dann ist das eine verkürzte Sicht der Dinge. In der Steuererklärung ist die Rede von einer Betriebsausgabe in Höhe von 6,7 Millionen Euro als Zuschuss des WM-OK für die geplante Fifa-Gala seinerzeit. Dieser Zuschuss ist mit exakt dieser Zweckbestimmung auf ein allgemeines Haushaltskonto der Fifa geflossen. Was dann die Fifa mit dieser zugeflossenen Liquidität gemacht hat, war und ist nicht mehr im Einflussbereich des DFB - und spielt auch rechtlich mit Blick auf den Vorwurf der Steuerhinterziehung keine Rolle. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat seit längerer Zeit die Möglichkeit, diesen Sachverhalt so festzustellen. Sie hat es aber nicht getan.

    Bleibt die Frage, ob das WM-OK und die DFB-Spitze nicht schon 2005 wussten, dass das Geld nicht für eine Gala, sondern als Rückzahlung eines Kredits an den damaligen Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus bestimmt war?

    Nun, erstens war das damals noch nicht bekannt, zumindest Theo Zwanziger nicht. Das ist aber auch rechtlich nicht relevant. Die 6,7 Millionen Euro standen als Einnahmen für die Gala in den Büchern der Fifa. Wie die Fifa dieses Geld dann verwendet, ist eine ganz andere Frage, spielt für den DFB aber keine Rolle mehr.

    Warum tun sich die Frankfurter Ermittler mit Ergebnissen so schwer?

    Da kann ich nur mutmaßen. Aber möglicherweise hat man dort die Ermittlungen mit einem großen Aufwand gestartet und muss jetzt feststellen, dass nichts dran ist. Aber diesen Schritt muss die Staatsanwaltschaft gehen. Sie steht in der Verantwortung. Dazu gehört auch zu sagen, dass nichts ermittelt werden konnte. Und das Steuerermittlungsverfahren gegen Theo Zwanziger zu starten, war von Anfang an sehr mutig.

    Und warum ermitteln die Schweizer Bundesbehörden so akribisch?

    Das ist eine gute Frage. Wir gehen davon aus, dass die Schweizer nicht einmal die Zuständigkeit haben, um gegen Theo Zwanziger zu ermitteln. Gehen wir wieder davon aus, dass es eine Überweisung aufgrund einer Beschlusslage eines Gremiums in Deutschland in die Schweiz gab. Aus welchem Grund meint die Schweiz dann denn eigentlich, gegen einen deutschen Staatsbürger ermitteln zu können? Ausgerechnet die Schweiz.

    Für Sie ein Unding?

    Wir haben im Schweizer Strafgesetzbuch keine Zuständigkeitsvorschrift gefunden, die das ermöglicht. Deshalb haben wir diese Woche auch bei der Staatsanwaltschaft Koblenz Strafanzeige gegen die Schweizer Behörden gestellt. Wir sehen in den Mitteilungen der Schweizer Bundesanwaltschaft nicht begründete, ehrverletzende Tatsachenbehauptungen.

    So langsam wächst sich die Aufarbeitung der Affäre zu einer unendlichen Geschichte aus ...

    Wir haben von Anfang an versucht, es nicht zu einer unendlichen Geschichte werden zu lassen Wir haben darauf hingewiesen, dass der Durchsuchungsbeschluss gegen Theo Zwanziger schon rechtswidrig war. Er hatte schlichtweg keine Zuständigkeit für die Abgabe der Steuererklärung.

    Das hätte die Staatsanwaltschaft längst herausbekommen können ...

    ... Sicher, die Frage ist, ob sie das auch wollte.

    Das Gespräch führte unser Redakteur Klaus Reimann

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