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    Der Sport meldet sich zu Wort

    Sport und Politik lassen sich nicht trennen, das wird dieser Tage wieder einmal deutlich.

    Sven Sabock kommentiert.
    Sven Sabock kommentiert.

    Sven Sabock blickt auf die Sportwoche zurück

    Der Profisport und seine Protagonisten reduzieren sich gern darauf, einfach nur aufs nächste Spiel zu schauen. Vielleicht noch auf das übernächste, aber der Blick über Tore und Punkte hinaus wird nur ungern riskiert. Es kommt dann schnell das Argument, wonach Sport und Politik nicht vermischt werden sollten. Was natürlich Unsinn ist, werden doch die Leitlinien des Sports längst maßgeblich durch die Politik geprägt. Ob in der Doping-Thematik, der Vergabe von Olympischen Spielen und anderer Großveranstaltungen, bei Verhandlungen über TV-Rechte oder auch bei Änderungen des Regelwerks – seit jeher sind übergeordnete Interessen Teil des Ganzen.

    Dass sich die überwiegende Mehrheit des Systems mit den Gegebenheiten abfindet, mag in der Bequemlichkeit oder Resignation begründet sein. Gleichwohl, so scheint es, wird dieser Tage deutlich, dass sich der Sport als Teil der Gesellschaft nicht seiner Verantwortung entziehen will. Fans, Aktive, Trainer und selbst Funktionäre begehren auf gegen rassistische Tendenzen, gegen mangelnde Toleranz, und treten ein für Weltoffenheit und demokratische Grundwerte.

     

    Insofern ist es löblich, dass bei Fußball-Bundesligist Darmstadt 98 die Appelle der Fans erhört wurden und der Klub ungeachtet aller sportlichen Nöte das zweifelhafte Engagement von Änis Ben-Hatira für eine der Salafisten-Szene nahestehende Organisation nicht weiter als Privatsache des Außenstürmers abgetan hat. Angesichts der sportlichen Nebenrolle, die der 28-Jährige spielte, dürfte es den „Lilien“ leichtgefallen sein, sich eines Konfliktherdes zu entledigen. Doch es passt in die Zeit, zumal sich auch andere Klubchefs zunehmend offen gegen Extremismus positionieren. Siehe Axel Hellmann, Vorstands-Mitglied bei Eintracht Frankfurt, der im Rahmen der Mitgliederversammlung deutlich Stellung gegen die AfD bezog. „Wir müssen uns zur Wehr setzen gegen eine gesellschaftliche Entwicklung, die uns nachhaltig schaden wird“, appellierte der Eintracht-Boss. Und forderte stattdessen eindringlich dazu auf, für die Werte einzutreten, die die Gesellschaft zusammenhalten. Dazu gehört unter anderem der Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit – und nicht nur, weil bei der Eintracht Profis aus 18 Nationen ihr Geld verdienen.

     

    Die Folgen von Ausgrenzung werden gerade in den USA deutlich, wo das von Präsident Donald Trump verhängte Einreiseverbot in den Reihen des Sports für große Empörung sorgt. Athleten und Verbands-Chefs äußern Kritik an der umstrittenen Maßnahme, die nicht zuletzt die friedensstiftende Kraft des Sports infrage stellt. Vor allem die nordamerikanische Basketball-Liga NBA versteht sich als globale Marke, die die besten Spieler aus aller Welt anzieht – und jährlich ein Sichtungsturnier mit dem nun gar nicht mehr zutreffenden Namen „Basketball ohne Grenzen“ durchführt.

     

    Äußern sich Funktionäre noch zurückhaltend und fordern von der Regierung weitere Aufklärung, gibt es für Aktive und Trainer weniger Gründe zur Diplomatie. So prangert Steve Kerr, immerhin Trainer des Top-Klubs Golden State Warriors, an, dass der von Trump beschlossene Weg der Terrorbekämpfung letztlich nur Angst und Schrecken schürt. Kerr, der die Warriors 2015 zum Titel geführt hatte, weiß, wovon er spricht: Sein Vater war einst als Präsident einer US-amerikanischen Universität in Beirut erschossen worden.

     

    Nun ist die Empörung im US-Sport auch aus anderen Gründen nachvollziehbar. Der nationale Fußball-Verband dürfte sich in diesen Tagen ernsthaft darüber Gedanken machen, ob die geplante Bewerbung für die WM 2026 noch erstrebenswert ist. Als Mit-Ausrichter war Mexiko vorgesehen – was durch die Trumpschen Mauerbaupläne eigentlich hinfällig ist. Zudem fürchtet Los Angeles, als aussichtsreicher Kandidat im Rennen um die Olympischen Spiele 2024, bei der Bekanntgabe im September leer auszugehen. Das olympische Flüchtlingsteam, zuletzt in Rio noch Symbol der Völkerverständigung, wäre nach Stand der Dinge dort jedenfalls unerwünscht. Schon allein das ist Grund genug, die Stimme zu erheben.

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