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    Darmstadt und die geächteten Fünf

     Na klar, für all die Empörungs-Weltmeister ist das ein willkommener Aufreger. Gleich vier Darmstädter Spieler holten sich in der Schlussphase der Begegnung gegen Bayer Leverkusen eine Gelbe Karte ab. Weil es für Kapitän Aytac Sulu, Marcel Heller, Peter Niemeyer und Konstantin Rausch die jeweils fünfte Gelbe in dieser Saison ist, sind besagte Akteure kommende Woche in der Partie bei Bayern München gesperrt. Ach ja, Jerome Gondorf hatte schon früher in der Begegnung ebenfalls zum fünften Mal in dieser Spielzeit den gelben Karton gesehen. Auch er hat sich damit die Stippvisite in den Freistaat erspart. Natürlich hat das alles mit Zufall herzlich wenig zu tun. Die Reaktionen aufgebrachter Zeitgenossen ließen nicht lange auf sich warten. "Unfaire Geste", wüteten die einen, "Kapitulation" deklamierten die anderen.

    Klaus Reimann.
    Klaus Reimann.

    Von Klaus Reimann

    Ein Trainer mit taktischen Rafinessen: Dirk Schuster.  Foto: dpa
    Ein Trainer mit taktischen Rafinessen: Dirk Schuster.
    Foto: dpa

    Mit Verlaub, aber das ist Blödsinn! Denn erlaubt ist in diesem Falle nicht, was gefällt, sondern was das Regelwerk hergibt. Und das schreibt ein Spiel Sperre nach fünf Gelben Karten vor, sagt aber nichts darüber aus, wie oder wann diese Karten eingesammelt werden müssen. Das hat also nichts mit Unfairness zu tun. Denn eine fünfte Gelbe Karte wegen rüden Foulspiels am 22. oder 23. Spieltag ist nicht besser als die ausgesprochene Verwarnung am 21. Spieltag.

    Und Kapitulation? Nun, man hat schon ganz andere Mannschaften gesehen, die beim FC Bayern mit fliegenden Fahnen untergegangen sind - und zum schlechten Ende sogar noch reichlich froh darüber waren. Andre Breitenreiter, im Februar des vergangenen Jahres noch Trainer beim SC Paderborn, bedankte sich nach dem 0:6 beim Rekordmeister "für das tolle Erlebnis". Und als die Wolfsburger vergangene Saison als amtierender Pokalsieger beim 1:3 im Ligaspiel vom FC Bayern hergespielt wurden, rettete sich VfL-Trainer Dieter Hecking aus der für ihn misslichen Lage, indem er die Münchner als "zu stark für diese Liga" einstufte. Warum sollte dann bitte ausgerechnet Aufsteiger Darmstadt mit der Maßgabe gen Bayern reisen, dort die nötigen Punkte für den Nicht-Abstieg zu ergattern?

    Nein, eine Woche später geht es für die "Lilien" gegen Werder Bremen, einen Mitkonkurrenten beim Unternehmen Klassenverbleib. Dort sind die geächteten Fünf wieder mit von der Partie und werden sich fürs gemeinsame Ziel sicher ordentlich ins Zeug legen.

    Natürlich tut 98-Coach Dirk Schuster gut daran, mit seinem taktischen Manöver in der Öffentlichkeit nicht auch noch hausieren zu gehen. Dürften doch auch in Schusters Kopf die Namen Frank Ordenewitz und Erich Rutemöller herumspuken. Diese beiden Protagonisten stehen für die wohl bekannteste herbeitaktierte Gelbe Karte im deutschen Fußball.

    Mai 1991, Pokal-Halbfinalspiel zwischen dem 1. FC Köln und dem MSV Duisburg (3:0): Der Kölner Frank Ordenewitz hatte Gelb gesehen und wäre damit fürs Finale gesperrt gewesen. Da kam der Stürmer auf eine Idee und teilte diese in einer Spielunterbrechung auch seinem Coach Rutemöller mit. Würde er sich die zweite Gelbe Karte und damit Gelb-Rot abholen, hätte der DFB - so die damalige Regel - Ordenewitz nur fürs nächste Ligaspiel gesperrt. Im Finale wäre er dabei gewesen. Rutemöller prägte den legendären Ausspruch "Mach et, Otze", und das Schicksal nahm seinen Lauf. Ordenewitz flog vom Platz - und fehlte doch im Finale gegen Bremen. Das nur, weil die rheinische Frohnatur Rutemöller die Posse freimütig vor laufenden Kameras erzählte. Der DFB sperrte Ordenewitz wegen Unsportlichkeit.

    Schuster indes schwieg beharrlich zu seinen Gelb-Sündern. Er hat andere Sorgen. Er muss elf Mann für die Partie in München zusammenbekommen ...

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