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    KoblenzDie Vulkan-Ladies machen ihre letzten Fans sprachlos

    Die Vulkan-Ladies Koblenz/Weibern wollten im Heimspiel gegen die HSG Bensheim in der 2. Handball-Bundesliga Taten statt Worte sprechen lassen. Was sie allerdings beim 20:30 (9:15) leistungsmäßig ablieferten, ließ das Gros der 319 Unentwegten, die sich diese Armutsvorstellung noch antun wollten, eher sprachlos zurück.

    Nur selten zeigten die Vulkan-Ladies gegen die HSG Bensheim/Auerbach so viel Engagement wie hier Monika Odrowska beim Torwurf. Unterm Strich stand erneut eine deutliche Heimniederlage.  Foto: Thomas Frey
    Nur selten zeigten die Vulkan-Ladies gegen die HSG Bensheim/Auerbach so viel Engagement wie hier Monika Odrowska beim Torwurf. Unterm Strich stand erneut eine deutliche Heimniederlage.
    Foto: Thomas Frey

    Keine Trotzreaktion, keine Werbung in eigener Sache und ein eher halbherziges Aufbäumen gegen eine neuerlich klare Niederlage - so sah es auch Trainer Caslav Dincic anschließend: "Ich bin bedient und enttäuscht. Da trommeln unsere Anhänger unverdrossen und geben weiter alles, und wir liefern wieder so einen Auftritt zum Schämen ab. Manchmal möchte ich mir ein Loch graben, um mich darin zu verstecken", gab er zu Protokoll und ergänzte: "Nur Vanessa Gerken und Evelien Grob im Tor haben heute bewiesen, dass sie tauglich sind, das Markenzeichen Bundesligaspielerin zu tragen." In seinem Ärger hatte Dincic mit Franziska Ringleb eine Spielerin vergessen, die - mit leichten Abstrichen - auch eine positive Erwähnung verdient hatte. "Ja, das stimmt. Franzi hat sich achtbar geschlagen", räumte der Coach auf Nachfrage ein. "Aber die anderen haben die Gelegenheit verpasst, sich durch eine gute Leistung für neue Vereine zu bewerben."

    Torhüterin Branka Zec, die mit Leverkusen bereits einen neuen Klub gefunden hat, ließ Dincic auf der Bank, auch "um Vanessa und Evelien die Chance zu geben, sich zu zeigen". Andere Spielerinnen schlugen diese Chance aus. Ob fahrlässig oder aus Unvermögen, das wird sich wohl bis zum Saisonende nicht mehr schlüssig beantworten lassen.

    Ohne einzelne Spielerinnen an den Pranger zu stellen, liefert bereits der Blick auf das Torkonto der im Rückraum eingesetzten Kräfte einen Beleg dafür, wer so alles neben sich stand. Monika Odrowska kam zwar - wie Ringleb - auf fünf Tore, produzierte aber auch eine Zehnerkarte technischer Fehler und sorgte in zwei Situationen unfreiwillig für Szenen mit Symbolcharakter. Da war einmal ein vergebener Siebenmeter der zumindest kämpferisch wirkenden Rückraum-Linken, die auch beim Nachwurf scheiterte.

    Vor allem aber ihr Tor zum 7:13-Anschlusstreffer konnte indirekt als die Szene des Spiels herhalten. Odrowskas Ball wertete der Torschiedsrichter als Treffer, nahm diesen aber sofort wieder zurück, weil nicht sein durfte, was nicht sein kann, denn der Ball lag anschließend hinter dem Bensheimer Tor. Dincic reklamierte wütend und so aggressiv, dass ihm eine Zeitstrafe drohte, während seine Spielerinnen, inklusive der Torschützin selbst, die Entscheidung emotionslos hinnahmen. Nach Konsultation der Zeitnehmer, die bestätigten, dass der Ball unter der hinteren Torstange hindurch das Tor verlassen hatte, wurde der Treffer gegeben.

    Wenn aber schon ein Trainer mehr um eigene Treffer kämpft als seine Spielerinnen, dann spricht dies Bände. "Vielleicht sind sie zu brav, vielleicht auch nicht genug bei der Sache. Es kam mir fast vor, als wäre ich der Einzige gewesen, der den Ball im Tor gesehen hat", meinte der Koblenzer Trainer. Vielleicht sind Dincics Spielerinnen sogar beides. Sechs Zeitstrafen gegen die Gastgeberinnen suggerierten zwar etwas anderes, waren aber neben der kleinlichen Auslegung der Unparteiischen eigenen Schlafmützigkeiten, statt kämpferischer Härte geschuldet.

    Nicht bei der Sache wirkten die VL-Spielerinnen hingegen, indem sie (bis auf Franziska Ringleb) ständig in die Lieblingsecke der starken HSG-Torfrau Pauline Radke (rechts unten aus ihrer Sicht) warfen. "Pauline ist schon die ganze Saison über gut drauf. Sie kannte natürlich die Wurfbilder der Vulkan-Ladies", verriet HSG-Trainer Florian Bauer, der ein weiteres Indiz für die Vorstellung der Gastgeberinnen lieferte. "Bei einem Spiel gegen einen Gegner, der seine Mannschaft abmeldet, ist das immer so eine 50:50-Situation. Entweder der zeigt eine Trotzreaktion, oder du kannst ihn schnell demoralisieren. Wir haben Koblenz/Weibern in der Phase vom 3:3 zum 11:3 schnell den Stecker gezogen. Das machte es für uns dann viel einfacher", so Bauer.

    Beim 12:17-"Anschlusstreffer" der Vulkan-Ladies kurz nach der Pause war Bauer angesichts doppelter Überzahl zwar kurzzeitig zornig, aber "das allerletzte Aufbäumen hat dann bei unserem Gegner ja zum Glück gefehlt". Zum Glück für die mit nur zwei Wechselspielerinnen angetretenen Gäste vielleicht - zum Unbehagen hingegen aller anderen, die auf Taten des Ex-Erstligisten gewartet hatten.

    Von unserem Mitarbeiter Harry Traubenkraut

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