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    KoblenzTuS: Trainerdiskussion verschärft sich zur Winterpause

    Eins vorweg: Alle, die für TuS Koblenz arbeiten, tun dies in bester Absicht und haben Respekt verdient. Vom Trainerteam über die Spieler bis zu den vielen ehrenamtlichen Mitstreitern am Rand und an der Spitze.

    Glücklos, sieglos, ratlos: TuS-Teamchef Evangelos Nessos hat auch gegen Baunatal die selbst gestellten Ansprüche nicht erfüllt. Foto: Jörg Niebergall
    Glücklos, sieglos, ratlos: TuS-Teamchef Evangelos Nessos hat auch gegen Baunatal die selbst gestellten Ansprüche nicht erfüllt.
    Foto: Jörg Niebergall

    Von unserem Redakteur Stefan Kieffer und unserem Mitarbeiter Bodo Heinemann

    Wer ehrenamtlich so viel Zeit, Leidenschaft und in manchen Fällen auch Geld investiert, muss sich verbale und teils auch körperliche Attacken nicht gefallen lassen. Und die sportlich Aktiven kassieren im Gegensatz zu Erst- oder Zweitligaprofis wahrlich nicht das, was man als Schmerzensgeld für erlittene Demütigungen bezeichnen könnte.

    Der erschreckenden Darbietung der Koblenzer Mannschaft beim bitteren 1:2 im letzten Regionalligaspiel des Jahres gegen den Tabellenletzten KSV Baunatal folgten geradezu beängstigende Szenen nach dem Abpfiff. Ein paar Dutzend TuS-Fans hatten es bis hinter die Tribüne geschafft, obwohl etliche Polizisten und Ordnungskräfte das Areal abzuriegeln versuchten.

    Der Zorn der Fans entlud sich teilweise in lautstarken Wortgefechten und ein paar Schubsereien, schlimmer wurde es nicht. Die wenigen wirklich "bösen Jungs" unter den TuS-Fans waren nicht beteiligt. Dafür hatten sich Teamchef Evangelos Nessos und Präsidiumsmitglied Frank Linnig während der Partie auch von "gemäßigten" Fans einiges anhören müssen, worauf die wörtliche Übersetzung des Begriffs "shitstorm" durchaus zutrifft.

    "Wenn die Leute ,Trainer raus' rufen, ist das in dieser Situation ja emotional verständlich", kommentierte Linnig ziemlich fassungslos, "aber dass ich persönlich angepöbelt werde, weil ich hinter dem Trainer stehe, das ist eine Erfahrung, die ich nicht brauche." Trotzdem hielt der Mann, der mit seinen finanziellen Zuwendungen in den letzten Jahren das Überleben der TuS gesichert hat, von der ersten bis zur letzten Minute tapfer auf seinem Platz am Spielfeldrand aus, verabschiedete die erfolglosen Spieler mit Handschlag und stand hinterher mitten im Getümmel zwischen Polizisten und Fans.

    Dort hatten übereifrige Sicherheitskräfte sogar den Zugang zu den Kabinen und zum Innenraum versperrt und ließen weder Spieler noch Präsidiumsmitglieder noch Journalisten durch. "Es geschah in guter Absicht", verteidigte der TuS-Sicherheitsbeauftragte Hermann Schmiing diese Vorgehensweise.

    So konnten sich Nessos ("Ich hatte keine Lust, durch die Reihen der Ultras zu gehen") und sein Baunataler Trainerkollege Tobias Nebe durch einen Nebeneingang von vielen unbemerkt zur Pressekonferenz begeben, kritische Nachfragen fielen in Abwesenheit der meisten Journalisten komplett unter den Tisch.

    Tags darauf bezog Nessos Position, zunächst zu den wüsten Beschimpfungen schon vor und auch nach dem Abpfiff: "Als Trainer lasse ich mich kritisieren, dazu nehme ich auch gerne Stellung. Zu dem, was sonst noch passiert ist, möchte ich mich nicht äußern."

    Dann spulte der Teamchef sein verbales Pensum herunter, ohne auf die nun doch speziell kritische Situation nach der Pleite gegen die vermeintlich schlechteste Mannschaft der Liga konkret einzugehen. "Wir haben pure Angst gezeigt", "die Jungs waren wie gelähmt" und "von der Leidenschaft der Vorwoche war nichts zu sehen" waren die Kernsätze. "Die Überzeugung hat bei uns allen gefehlt - auf dem Platz." Aber kein Wort zur fatalen Gesamtsituation, kein Gedanke an einen Trainerwechsel: "Wir trainieren noch bis zum 17. Dezember, danach machen wir Pause bis zum 5. Januar." Ob der ehemalige TuS-Profi danach noch die sportliche Verantwortung für den Abstiegskandidaten tragen wird, muss stark bezweifelt werden. Ob gemäßigt oder "hardcore", kein Fan war nach dem Schlusspfiff zu vernehmen, der sich für einen Verbleib von Nessos ausgesprochen hätte.

    Der Trainer-Novize hat das Vertrauen der Anhänger wohl endgültig verspielt. Da ist zum einen die mehr als unbefriedigende sportliche Bilanz - 13 Punkte und ebenso viele Tore aus 20 Spielen -, zum anderen aber auch die Erkenntnis, dass es Nessos nicht gelungen ist, aus einem zugegeben limitierten Spielerkader eine Mannschaft zu formen, die mehr sein kann als die Summe ihrer elf Einzelspieler. An Leidenschaft und Motivation scheint es Nessos nicht zu fehlen, vielleicht aber an den Instrumenten, seinem Team Struktur, Spielanlage oder gar einen Plan B zu vermitteln.

    Symptomatisch die Phase im Baunatal-Spiel, als die TuS nach dem Platzverweis für Gästetorwart Niklas Hartmann eine halbe Stunde lang in Überzahl spielte. Da war kein Plan zu erkennen, wie diese Konstellation erfolgreich ausgenutzt werden soll, die zwei, drei guten Chancen kurz nach der Pause waren nicht das Ergebnis systematischen Drucks.

    Natürlich war auch Pech im Spiel, vor allem in jener Szene in der 40. Minute, als Torwart Hartmann außerhalb seines Strafraums den Ball wegboxte, Anel Dzaka die Kugel erlief und sie ins leere Tor beförderte. Doch Schiedsrichter Stefan Faller hatte den Vorteil bereits abgepfiffen und zog sich den lautstarken Unmut der TuS-Gemeinde zu. Wenige Augenblicke zuvor hatte er eine ähnliche Szene - auch ein Torwart-Handspiel vor dem 16er - nicht geahndet und war deshalb beim zweiten Mal offenbar zum (vor-)schnellen Pfiff geneigt. Bei allem Ärger über die unglückliche Entscheidung: Auch ein Schiedsrichter verdient Respekt.

    Festzuhalten bleibt auch, dass die größtenteils junge TuS-Mannschaft auf Unterstützung von außen weitgehend verzichten muss. Die "Nessos-raus"-Rufe aus allen Ecken des Stadions klangen jedenfalls deutlich lauter durchs Oberwerth als gelegentliche Anfeuerungs-Sprechchöre.

    Als sich die Aggressionen hinter der Tribüne schließlich gelegt und das Volk sich weitgehend zerstreut hatte, stand Linnig mit dem neuen Vizepräsidenten Hans-Werner van Heesch zusammen, in ein intensives Gespräch vertieft. Anschließend zogen sich van Heesch und seine Präsidiumskollegen Dirk Feldhausen und Dirk Laux in den Pressecontainer zurück, während Linnig ("Für mich persönlich ist das heute ein Tiefpunkt") in sein Auto stieg und davonfuhr. "Ich muss erst mal drüber schlafen, bevor ich sagen kann, wie es weitergeht", gab er noch zu Protokoll und deutete Rücktrittsgedanken an. Die beiden anderen Präsidialen Werner Hecker und Arnd Gelhard waren nicht (mehr) vor Ort.

    Über den Inhalt ihres einstündigen Dreiergesprächs bewahrten van Heesch, Feldhausen und Laux Stillschweigen. Doch man darf davon ausgehen, dass es nicht um die aktuelle Situation der U 19 ging, wie einer aus dem Trio scherzhaft mitteilte. Ob da vielleicht eine Strategie ausgekungelt wurde, wie man die Trennung vom glücklosen Trainer bewerkstelligen kann, ohne Porzellan zu zerschlagen, bleibt abzuwarten.

    Ebenso, ob die im neuen Präsidium sich abzeichnende Mehrheit pro Trainerwechsel Konsequenzen hat. Für derlei Angelegenheiten ist nämlich nicht der Vereinsvorstand der TuS Koblenz zuständig, sondern der Aufsichtsrat der GmbH. Dort sitzen mit Hecker, Linnig und Feldhausen drei "Alt-Präsidiale", dazu Fanvertreter Marcel Günther und Fußballverbands-Präsident Walter Desch.

     

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