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  • Der beste deutsche Bergfahrer kommt aus Monzingen

    Monzingen. Rennsport und die Faszination an schnellen Rennautos wurde den Monzingern Björn und André Wiebe sowie ihrer 19-jährigen Schwester Lisa in die Wiege gelegt. Die ganze Familie hat Benzin im Blut, seit Vater Hans- Peter Wiebe 1989 seine Leidenschaft für den Motorsport entdeckte. Beim Saisonfinale in Mickhausen, südlich von Augsburg, wurde André Wiebe nun Deutscher Bergmeister 2016. Wenige Tage zuvor sicherte er sich in Eichenbühl auch die deutsche Bergmeister-Trophäe in der Sparte Tourenwagen. Neun DM-Rennen gab es, achtmal stand der Monzinger ganz oben auf dem Siegertreppchen.

    So sehen Sieger aus: Seit Jahren sind der mehrfache Deutsche Meister Andrè Wiebe (hinten links), Bruder Björn (daneben) und Schwester Lisa (vorne kniend) schnell unterwegs und werden von ihrem Team und den Schlachtenbummlern toll unterstützt.  Foto: Bernd Hey
    So sehen Sieger aus: Seit Jahren sind der mehrfache Deutsche Meister Andrè Wiebe (hinten links), Bruder Björn (daneben) und Schwester Lisa (vorne kniend) schnell unterwegs und werden von ihrem Team und den Schlachtenbummlern toll unterstützt.
    Foto: Bernd Hey - privat

    Von unserem Mitarbeiter Bernd Hey

    Die beiden Brüder Björn und André Wiebe wurden in Idar-Oberstein geboren und erlernten den Beruf des Kfz-Mechatronikers. Der 29-jährige Björn begann 1996 mit Kartsport, 2003 mit Slalomsport, und seit 2005 ist er sehr erfolgreich bei Bergrennen und im Slalomsport unterwegs. André gilt als Perfektionist, Björn Wiebe ist in "MacGyver"-Manier der filigrane Tüftler. Auch er fuhr mehrere Top-Platzierungen ein, zählt zu den besten drei im Berg-Cup und konnte zweimal die ADAC-Nordrhein-Gaumeisterschaft gewinnen.

    Björn ist vor allem der größte Förderer seines drei Jahre jüngeren Bruders André, der zeitversetzt den gleichen Werdegang nahm. Mit acht Jahren begann 1998 seine Karriere im Kartsport, 2006 stieg er sehr erfolgreich in den Slalomsport ein, und seit 2007 fährt er Bergrennen und beteiligt sich an Slalom-Veranstaltungen.

    André Wiebe ist aktuell nicht nur Deutscher Bergmeister sondern auch Berg-Cup-YoungsterGewinner und ADAC-Nordrhein-Gaumeister. Im Team sind André und Björn Wiebe Berg-Cup-Gesamtsieger, ebenso Gewinner der Gruppe H bis 2000 Kubikmeter. André Wiebe wurde zudem DMSB-Gewinner im Berg-Team-Cup mit dem Slogan "Powered by Wiebe", und mit Kevin Veit (Bodenheim), Markus Goldbach (Wuppertal) und Thomas Conrad aus Dettenhausen Teamsieger.

    Dritte im Bunde der Motorsport-Familie ist die 19-jährige Lisa. Sie startet mit einem Renault Megane bei Slalomveranstaltungen oder beim Neuen Automobil- und Verkehrsclub (NAVC) im Bergslalom. Als Pressesprecherin des Teams kümmert sie sich zudem um die Nennungen, die Renndokumentationen und die Öffentlichkeitsarbeit. "Ganz wichtig ist auch, die Punkte nach den einzelnen Rennen nachzurechnen", nennt sie einen weiteren Aspekt ihrer Arbeit fürs Team. Außerdem müssen von den Teammitgliedern nachts manchmal 400 Kilometer vom Rennort bis nach Monzingen gefahren werden, wenn spezielle Motorteile für die beiden ehemaligen Werksautos gebraucht werden. Zwei Renault-Williams-Laguna setzen die Wiebes in der Gruppe H bis 2000 Kubikzentimeter ein, beide wiegen weniger als 980 Kilogramm und haben über 300 PS unter der Haube.

    Der Erfolg hat auch bei den Wiebes viele Väter. Zum harten Kern eingefleischter Förderer und Fans zählen Opas und Omas, die Eltern Susanne und Hans-Peter Wiebe, Markus Goldbach aus Wuppertal, Lisas Freund Kevin Veit aus Bodenheim, Lukas Barth aus Meckenbach, Martin, Maik und Shanice Behrendt aus Schwarzerden, Marcel, Daniel und Uwe Daut aus Monzingen sowie Karina Orth, Freundin von André Wiebe, und Björns Freundin Susanne Keller mit dem gemeinsamen acht Monate alten Sohn Philipp.

    "Ja, die Wiebes sind eine absolute Super-Saison gefahren" lobte Jürgen Sponheimer aus Nußbaum, ADAC-Obmann und Sportkommissar. Dank der Wiebe-Brüder kam auch sein Sohn Timo zum Rennsport. Er und sein Freund Marcel Michel aus Kellenbach starteten am Wochenende erstmals bei einer Rallye.

    Da werden Erinnerungen bei vielen Motorsportfans der Region lebendig. Heute müssen sie weite Wege zurücklegen, um Rallyes oder Bergrennen besuchen zu können. Dabei war auch das Nahetal Austragungsort von hochklassigen Veranstaltungen: Bis Mitte der 1990er-Jahre gab es das legendäre Bergrennen von Kirn nach Bergen und bis zur Jahrtausendwende die Kirner Fürst-Dominik-Rallye. Ausrichter war das Sportfahrerteam Brunkenstein, das bis zu 150 Rennboliden begrüßen durfte. Doch das ist Vergangenheit - immerhin halten die Wiebes aus Monzingen die Fahne der Motorsportasse an der mittleren Nahe hoch.

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