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    ZürichBoris Stein nach Ironman-Triumph in Zürich: Den Zieleinlauf habe ich mir zigmal ausgemalt

    Mit 29 Jahren ist Boris Stein am Ziel. Vorerst jedenfalls. Mit seinem Sieg beim Ironman Zürich hat der Lehrer aus Eitelborn, der für die RSG Montabaur startet, bewiesen, dass es der richtige Schritt war, die Karriere als Profi-Triathlet der geregelten Laufbahn an einer Schule vorzuziehen.

    Erschöpft, aber glücklich: Mit dem Sieg beim Ironman Zürich hat Boris Stein sein erstes großes Ziel erreicht, auf das seine gesamte Trainingsplanung des Jahres ausgerichtet war. Jetzt ist Hawaii der neue Traum.
    Erschöpft, aber glücklich: Mit dem Sieg beim Ironman Zürich hat Boris Stein sein erstes großes Ziel erreicht, auf das seine gesamte Trainingsplanung des Jahres ausgerichtet war. Jetzt ist Hawaii der neue Traum.
    Foto: dpa

    Auf dem Rad nicht zu schlagen: Boris Stein drückte die beste Zeit des Tages in die Pedalen.
    Auf dem Rad nicht zu schlagen: Boris Stein drückte die beste Zeit des Tages in die Pedalen.
    Foto: dpa

    Nach zwei deutschen Meisterschaften auf der Mitteldistanz ist dem Westerwälder bei seinem zweiten Langdistanzstart der große Coup gelungen. Die Basis für den Triumph legte Stein, der nach 3,8 Kilometern Schwimmen (58:49 Minuten) noch mehr als sieben Minuten Rückstand auf die Spitze hatte, beim Radfahren. Die 180 Kilometer meisterte er in einem Soloritt als Schnellster (4:35:55 Stunden), im abschließenden Marathon (2:53:49) sammelte er die verbliebenen Konkurrenten auf, um nach 8:33:02 Stunden völlig erschöpft, aber als Erster die Ziellinie zu überqueren.

    Herr Stein, Sie sind erst der zweite Nicht-Schweizer, der den Ironman Zürich gewinnen konnte. Warum ist es so schwer, die einheimischen Athleten zu besiegen?

    Auf der einen Seite ist die Radstrecke sehr unrhythmisch. Ortskenntnis ist da ein deutlicher Vorteil. Zum anderen war aber auch der siebenfache Zürich-Sieger Ronnie Schildknecht aus der Schweiz nicht am Start.

    Wie sind Sie von den Eidgenossen empfangen worden, als Sie sich dem Zielbereich näherten? In Abwesenheit von Seriensieger Ronnie Schildknecht dürften die meisten Zuschauer ihrem Schweizer Landsmann Jan van Berkel die Daumen gedrückt haben…

    Wider meinen Erwartungen und Erfahrungen aus Rapperswil sind mir nur positive Emotionen entgegengebracht worden. Sicher hätten die Eidgenossen lieber einen Landsmann als Sieger gesehen, aber ich denke, dass dem fachkundigen Publikum meine Leistung an dem Tage einfach imponiert hat. Da es beim Triathlon auf den längeren Distanzen keine Nationalmannschaften gibt, ist der nationale Patriotismus sympathischerweise ohnehin nicht so weit verbreitet.

    Im Vorfeld haben Sie von Rückenwind gesprochen, den Sie in der Schweiz empfinden. Wie fühlt sich das in einem Rennen an?

    Ich verbinde mit meinen Auftritten in der Schweiz fast nur positive Erlebnisse. Diese Erinnerungen helfen mir über Tiefen, die in einem Acht-Stunden-Wettkampf nicht ausbleiben.

    Als Sie nach dem Schwimmen aus dem Zürichsee stiegen, saß die Spitzengruppe längst auf dem Rad. Was geht Ihnen als Athlet da durch den Kopf?

    Ich habe im Vorfeld zwar mit einem geringeren Rückstand gerecht, allerdings bin ich da auch Kummer gewohnt. Gleichzeitig habe ich aber auch schon mehrfach auf den letzten Kilometern mehrere Athleten überholt. Ich vertraue da auf meine Rad- und Laufqualitäten.

    Ihre Leistung auf dem Rad war dann famos, die Radzeit die beste des Tages. Wie haben Sie die 180 Kilometer erlebt?

    Nach diesem Schwimmen war ich trotzdem sehr enttäuscht, dementsprechend zäh verliefen die ersten 30 flachen Kilometer. Mit frischen Beinen am Anfang neigt man aber zum Überziehen. Das schlechte Schwimmen war wahrscheinlich ein Schlüssel am heutigen Tag, denn ich konnte dieses Tempo konstant über die 180 Kilometer fahren.

    Mit dem Wechsel auf die Laufstrecke war klar, dass Sie ein sehr gutes Ergebnis erreichen können. Mit welcher Taktik sind Sie den abschließenden Marathon angegangen?

    Trotz des immer noch großen Rückstands auf die Führenden bin ich einfach mein Tempo gelaufen. Mein Trainer hat festgelegt, dass es sich hierbei um einen Schnitt von vier Minuten pro Kilometer handelt. So hatte ich immer viele kleine Ziele und musste weniger an die ausstehende Strecke denken. Bis Kilometer 25 war das dann auch mein Tempo.

    Wann hatten Sie das Gefühl, das Podium zu erreichen - und wann haben Sie an den Sieg geglaubt?

    Als ich vom Rad stieg, wusste ich, dass es sich bei den vor mir Liegenden um formal schwächere Läufer handelte. Den ein oder anderen der Drei sollte ich mir schon holen. Der Rückstand auf den zuletzt Führenden Jan van Berkel blieb bis Kilometer 30 konstant bei fünf Minuten. Das war nur aufzuholen, wenn jemand einbricht. Das ist zum Glück passiert, und so konnte ich den Rückstand auf vier Kilometern egalisieren.

    Wie schwer ist es, nach einer solch atemberaubenden Aufholjagd die Ruhe zu bewahren, wenn man endlich in Führung liegt?

    Aufgrund meiner Erfahrungen auf den letzten Rennkilometern bin ich bis zum Zieleinlauf sehr konzentriert. Laufen ist für mich mehr, als einen Fuß vor den anderen setzen. Erst dann fange ich an zu feiern. Nachher ist noch genug Zeit dazu.

    In Ihrem zweiten Langdistanzrennen haben Sie den ersten Ironman-Sieg geholt. Wo sehen Sie die entscheidenden Faktoren für diesen Triumph?

    Meine ganze Saisonplanung war auf dieses Rennen ausgerichtet. Seit Januar trainiere ich für dieses Ziel, und ich habe meine Wettkampfplanung dem untergeordnet. Zudem habe ich mir auch ein Rennen ausgesucht, das ich gewinnen kann. Da ist die Motivation gerade im Training größer. Den Zieleinlauf habe ich mir schon zigmal ausgemalt.

    Gönnen Sie sich jetzt ein bisschen Pause, um den Sieg von Zürich zu genießen?

    Mein Trainer hat mir heute Urlaub versprochen. Ich bin mal gespannt, wie sich das in meinem Trainingsplan widerspiegelt. Genießen heißt für mich zumindest inmitten der Saison aber, Zeit für andere Sachen neben Triathlon zu haben - statt durch die Clubs zu tingeln.

    Wie sehen die Ziele für dieses Jahr noch aus?

    Die Qualifikation für die 70.3-Weltmeisterschaft ist mir wie im vergangenen Jahr sicher, und auch für die Ironman-WM auf Hawaii sollte es gereicht haben. Ein Start hier als Profi ist ein Lebenstraum von mir, den ich mir gerne erfüllen würde.

    Das Gespräch führte unser Redakteur Marco Rosbach

    Hintergrund

    Belohnung zehn Monate nach der Ironman-Premiere

    Dass er auf der Mitteldistanz zu den Besten zählt, hat Boris Stein längst bewiesen: Deutscher Meister 2012 und 2013, Platz 15 bei der 70.3-Weltmeisterschaft in Las Vegas im vergangenen Herbst, Platz fünf beim Ironman 70.3 im französischen Pays d'Aix im Mai und zuletzt im Juni der Sieg beim Ironman 70.3 in Rapperswil in der Schweiz. Seine erste Langdistanz nahm Stein im September vergangenen Jahres eher im Vorbeigehen mit, Platz acht am Lake Tahoe in den USA sollte "ein Rennen für die Zukunft sein. Sollte ich die richtigen Lehren ziehen, ist es das wichtigste dieser Saison", sagte er damals. Die Rechnung ist zehn Monate später in Zürich voll aufgegangen. ros

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