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  • Neuwieder Bären feiern besonderen Sieg in Diez

    Diez/Neuwied. Für den EHC "Die Bären" 2016 war bereits am ersten Adventssonntag Bescherung. Die Neuwieder schlossen das Wochenende in der Eishockey-Regionalliga West mit dem perfekten Ertrag von sechs Punkten ab und reduzierten den Rückstand zu Spitzenreiter Ratingen auf drei Zähler (wir berichteten aktuell). Das Sahnehäubchen war der 9:4-Auswärtssieg im prestigeträchtigen Derby bei der EG Diez-Limburg.

    Das Plakat der EHC-Fans ist Programm: Die Neuwieder Bären feierten einen verdienten 9:4-Sieg im Derby bei der EG Diez-Limburg.
    Das Plakat der EHC-Fans ist Programm: Die Neuwieder Bären feierten einen verdienten 9:4-Sieg im Derby bei der EG Diez-Limburg.
    Foto: honorarfrei

    Es war ein Auswärtsspiel auf dem Papier, nicht aber auf den Rängen. Dort hatten die EHC-Anhänger sowohl zahlen- als auch stimmungsmäßig klar die Nase vorne - ungefähr so deutlich, wie sich die Mannschaft von Jens Hergt auch auf der Eisfläche durchsetzte. Sie musste in der Frühphase eines an Intensität kaum zu überbietenden und sehr nickeligen Anfangsdrittels zunächst jedoch einstecken. Nach noch nicht mal fünf Minuten hatte der EGDL-Kanadier Matt Fischer seine Farben mit 2:0 in Führung gebracht. "Aber wir sind positiv geblieben", verriet Neuwieds Trainer Jens Hergt.

    Die Bären bissen zurück. Felix Köbele (6.) und Lucas Leuschner mit seinem ersten Saisontreffer (8.) glichen aus, und als Sven Schlichts knallharter Schuss ebenfalls hinter Rockets-Schlussmann Alexander Neurath einschlug (9.), hatten die Deichstädter das Ergebnis zunächst gedreht. Alle drei Tore fielen im Powerplay. "Wir kassieren in Unterzahl zu viele Gegentore. Das müssen wir trainieren", sah der erfahrene Diezer Trainer Anton Weißgerber nicht zum ersten Mal in dieser Runde Probleme im Penalty-Killing. Eine Disziplin, auf die es häufig ankam.

    Beide Teams schonten weder sich noch den Gegner, einige Akteure bewegten sich ständig an der Grenze des Erlaubten. Martin Brabec, der tschechische Toptorjäger der Gastgeber, überschritt sie deutlich mit einem Check gegen den Kopf von Robin Schütz, hatte aber Glück, dass der Unparteiische dieses Vergehen nicht mit der fälligen Spieldauer-Disziplinarstrafe ahndete. Schütz musste benommen mit der Trage vom Eis transportiert werden, kam später noch mal zurück, musste das Schlussdrittel mit einem "Cut" aber von der Bank aus verfolgen.

    Der Verband hatte gut getan, im DEL-erfahrenen Felix Winnekens einen Spitzenschiedsrichter nach Diez zu schicken, denn hier verlief kaum ein Zweikampf ohne Haken und Ösen. Der Olympia-Linienrichter von 2010 versuchte, die Partie laufen zu lassen, agierte in einer schwer zu leitenden Partie phasenweise aber mit einer zu langen Leine. Brabec hätte für sein Foul gegen Schütz zeitig unter die Dusche gehört. Stattdessen jubelte er in der 20. Minute über den 3:3-Ausgleich. Anton Weißgerber war das zu wenig: "Wir hätten die 2:0-Führung in die Pause schaukeln müssen. Dann hätten das Spiel anders ausgehen können."

    In den Kabinen kühlten die Gemüter ein wenig ab. Jetzt rückte Eishockey in den Mittelpunkt. "Als sich die anfängliche Hektik und Emotionen gelegt hatten, waren wir besser", beobachtete Jens Hergt. Lucas Leuschner in Unterzahl (35.) und Rylee Orr in doppelter Überzahl (37.) verschafften den Bären mit dem 4:3 und 5:3 den verdienten Vorteil. "Wir haben zu viele Hinausstellungen kassiert, und auf der Strafbank kann man kein Spiel gewinnen", ärgerte sich Weißgerber über die mangelnde Disziplin seiner Spieler, die im zweiten Drittel alleine 24 Strafminuten sammelten.

    Gleichzeitig schaltete der EHC die Paradeformation der Lahnstädter aus, was sich als Schlüssel zum Sieg entpuppte. Denn hinter dem Ex-DEL-Mann Konstantin Firsanov, dem Kanadier Matt Fischer und dem Tschechen Martin Brabec hält sich die Torgefahr der Rockets in Grenzen. Als den Leistungsträgern der Hausherren nicht mehr viel einfiel, steuerten die Bären auf den Sieg zu. Rylee Orr baute die Gästeführung auf 6:3 aus (43.), Fischer verkürzte postwendend auf 4:6.

    Die EHC-Topreihe mit Felix Köbele, Rylee Orr, und Stephan Fröhlich erzielte vier Tore an diesem Abend, aber Hergts Team hatte auch mehr Tiefe im Kader. Als Eigengewächs Sven Asbach Philipp Felföldys 4:7 vorbereite (43.), gingen die Köpfe bei der EGDL nach unten. In den letzten Minuten wurde der Derbysieg des EHC noch richtig deutlich. Stephan Fröhlich (59.) und Marc Blumenhofen (60.) machten mit den Neuwieder Überzahltoren Nummer fünf und sechs an diesem Abend den Sieg perfekt. Einen besonderen Sieg. red

    EG Diez-Limburg: Neurath (Heyde) - Teljukin, Wichterich, Neubert, Krämer, Stroeks, Morys - Krieger, Niestroj, Homola, Fischer, Kley, Firsanov, Brabec, Mainzer.

    EHC Neuwied: Köllejan (Güßbacher) - Schütz, Trimboli, Dennis Schlicht, Halfmann, Neumann - Fröhlich, Sting, Orr, Blumenhofen, Köbele, Felföldy, Reiner, Leuschner, Asbach, Sven Schlicht.

    Schiedsrichter: Felix Winnekens. Zuschauer: 609 (offiziell).

    Strafminuten: EG Diez-Limburg: 30 + Disziplinarstrafe gegen Andreas Wichterich - EHC Neuwied: 18.

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