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    MendigRheinlandliga: SG Mendig/Bell gewinnt turbulentes Derby in letzter Sekunde

    Das war ein trüber Rheinlandliga-Sonntag für die SG Bad Breisig: Zwei Elfmeter verschossen, Torjäger vom Platz geflogen, Punkte weg, Trainer weg. Thomas Remark war über die unnötige, aber keineswegs unverdiente 1:2 (1:0)-Niederlage seines Teams beim Aufsteiger SG Mendig/Bell so erbost, dass er nach dem Siegtor der Mendiger in der siebten Minute der Nachspielzeit seine Coaching-Zone verließ und Richtung Ausgang marschierte. Unterwegs informierte er seinen Abteilungsleiter Michael Lüdtke: "Das war mein letztes Spiel als euer Trainer." Der Angesprochene teilte wenige Minuten später gelassen mit: "Nach Rücksprache mit unserem Präsidenten kann ich nur sagen, wir nehmen den Rücktritt an."

    Lange Zeit hielten die Bad Breisiger (rechts Mete Begen gegen Mendigs Niklas Heinemann) den Gegner fern vom eigenen Tor. Doch am Ende setzte sich Mendiger Wille gegen Breisiger Pomadigkeit durch. Foto: Andreas Walz
    Lange Zeit hielten die Bad Breisiger (rechts Mete Begen gegen Mendigs Niklas Heinemann) den Gegner fern vom eigenen Tor. Doch am Ende setzte sich Mendiger Wille gegen Breisiger Pomadigkeit durch.
    Foto: Andreas Walz

    Die spontane Entscheidung von Ex-Profi Remark war irgendwie nachzuvollziehen. "Ich fühle mich von meiner Mannschaft verarscht", schimpfte der 53-Jährige. "Ich bekomme einen Herzinfarkt, wenn das so weitergeht. Für diese Disziplinlosigkeiten möchte ich meinen Kopf nicht länger hinhalten."

    Besonders aufgeregt hatte ihn der Platzverweis für seinen vermeintlich besten Spieler Jan Rieder. Der holte sich nach 60 Minuten wegen Meckerns eine Gelbe Karte ab und flog vier Minuten später vom Feld nach einer Szene, die kaum einer der 350 Zuschauer so richtig mitbekommen hatte.

    Rieder behauptete, er sei vom zurücklaufenden Mendiger Torwart Jan Heinemann mit dem Ellbogen attackiert worden, und ließ sich minutenlang behandeln. Dann stand plötzlich Richard Kochanetzki vor ihm und zeigte Gelb-Rot. "Da war gar nichts, das war eine schauspielerische Einlage", war sich der Unparteiische mit seinen Assistenten einig. Bestraft wurde Rieder indes nicht für die vermeintliche Schwalbe, sondern für eine freche Bemerkung zum Schiedsrichter. "Ich habe Jan Dutzende Male gesagt, er soll die Klappe halten", schimpfte Remark, "aber der macht sowieso nur, was er will." Eigentlich, darin waren sich alle Breisiger und Ex-Breisiger einig, hätte zu diesem Zeitpunkt die Partie längst entschieden sein müssen. Gegen nervöse und fehlerhafte Mendiger hatten die Gäste in der ersten halben Stunde deutliche Vorteile und klare Chancen. Die beste vergab Rieder, als er nach zehn Minuten einen Foulelfmeter direkt auf Mendigs Torwart Heinemann knallte, sodass der gar nicht anders konnte, als den Ball abzuwehren.

    In der 23. Minute parierte Heinemann glänzend gegen Giovani Lubaki, der ganz frei vor ihm stand. Und kurz nach Wiederbeginn bekam auch Lubaki den Ball vom Elfmeterpunkt nicht am Mendiger Keeper vorbei. Kurz darauf scheiterte der quirlige Stürmer noch einmal frei stehend vor Jan Heinemann (54.), den er nur ein einziges Mal bezwingen konnte: fünf Minuten vor der Pause mit spektakulärem Fallrückzieher zum 1:0. Ein magerer Ertrag der Bad Breisiger Überlegenheit.

    Nach Rieders Platzverweis indes zogen sich die Breisiger weit zurück, zu weit vielleicht, denn es gab nun keine Entlastung mehr vom Dauerdruck. Breisigs Keeper Michael Prangenberg, der schon vor der Pause gegen Niklas Heinemann (32.) und Thomas Nürnberg (37.) einen Gegentreffer verhindert hatte, wehrte auch Nürnbergs Kopfball aus kurzer Distanz ab (85.), und so musste erst auch ein Mendiger vom Platz fliegen, ehe sich die Gastgeber den Weg zum ersten Saisonsieg bahnten.

    Der eingewechselte Armagan Aydogdu hatte die Sprachkenntnisse des Schiedsrichters unterschätzt und ihn in seiner Muttersprache beleidigt. "Die schlimmsten türkischen Schimpfwörter sind mir geläufig", schmunzelte Kochanetzki, "das bleibt nicht aus bei meiner Arbeit im Sozialbereich." Die Quittung: glatt Rot.

    Mit begrenzten spielerischen Mitteln, aber dem unbedingten Willen, der den Bad Breisigern offensichtlich fehlte, warfen die Mendiger in der Schlussphase alles nach vorn und wurden spät belohnt. Kaum hatte Schiri Kochanetzki mit beiden Händen die siebenminütige Nachspielzeit angekündigt, da köpfte Thomas Nürnberg den Ball im Nachsetzen über die Linie. Und als die sieben Minuten fast abgelaufen waren, fiel der Ball dem eingewechselten Tobias Schumacher am Elfmeterpunkt vor die Füße - das 2:1, der Mendiger Jubel glich der Eruption eines der nahegelegenen Vulkane.

    "Jan Heinemann war heute unser Matchwinner", lobte Mendigs Trainer Wolfgang Müller seinen tüchtigen Keeper. Doch der beste Mann des Spiel trug Grau - und war der Schiedsrichter. Stefan Kieffer

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